23 March 2026, 20:37

250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt in Deutschland

Frauen in grünen T-Shirts bei einer Demonstration, die weiße Abdeckungen halten, mit vielen anderen Mädchen im Hintergrund.

250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt in Deutschland

Ein Bündnis aus 250 prominenten Frauen hat einen Zehn-Punkte-Plan vorgelegt, um männliche Gewalt in Deutschland zu bekämpfen. Zu der Gruppe gehören bekannte Persönlichkeiten wie die SPD-Vorsitzende Bärbel Bas, die Grünen-Co-Vorsitzende Franziska Brantner und die Klimaaktivistin Luisa Neubauer. Ihre Forderungen zielen auf rechtliche Reformen sowie digitale Schutzmaßnahmen ab, um bestehende Lücken in der Gesetzgebung zu schließen.

Ein zentraler Vorschlag ist die Einführung von Femizid als eigenständigen Straftatbestand im deutschen Strafgesetzbuch. Bisher gibt es ein solches Gesetz nicht – nur Italien hat eine solche Regelung seit November 2025 umgesetzt. Während SPD und CDU/CSU Reformen des Mordparagraphen für geschlechtsspezifische Tötungen unterstützen, argumentieren die Grünen und andere, dass Bundesgesetze allein nicht ausreichen, ohne stärkere Präventionsmaßnahmen auf Landesebene.

Das Bündnis fordert zudem strengere digitale Schutzvorkehrungen. So soll der Einsatz KI-gestützter "Nacktbild"-Apps, die ohne Zustimmung gefälschte Freizügigkeitsaufnahmen erstellen, verboten werden. Parallel dazu wird ein Digitales Schutzgesetz gefordert, das sicherstellt, dass schädliche Inhalte schnell gelöscht und Täter identifiziert werden. Ein weiteres Anliegen ist die Strafbarkeit nicht einvernehmlicher, sexualisierter Deepfake-Inhalte, die derzeit in einer rechtlichen Grauzone liegen.

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Im Sexualstrafrecht setzt sich die Gruppe für ein "Nur-Ja-heißt-Ja"-Modell ein, bei dem Schweigen oder fehlender Widerstand nicht mehr als Zustimmung gewertet wird. Der Plan betont, dass diese Änderungen notwendig sind, um Schlupflöcher zu schließen und Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt besser zu schützen.

Die Vorschläge kommen zu einem Zeitpunkt, an dem der Druck auf Deutschland wächst, den rechtlichen Rahmen gegen männliche Gewalt zu stärken. Würden die Reformen umgesetzt, entstünden neue Straftatbestände, digitale Schutzmechanismen würden verschärft und die Definition von Einvernehmlichkeit in Fällen sexueller Übergriffe neu gefasst. Die Bundesregierung hat sich bisher noch nicht zu den Forderungen des Bündnisses geäußert.

Quelle