08 June 2026, 02:20

AfD Baden-Württemberg: Machtkämpfe und Vorwürfe erschüttern den Landesverband

Bericht: Interne Briefe belasten AfD-Spitze in Baden-Württemberg

AfD Baden-Württemberg: Machtkämpfe und Vorwürfe erschüttern den Landesverband

Zwei interne Beschwerdebriefe haben tiefe Spaltungen innerhalb des AfD-Landesverbands Baden-Württemberg offenbart. Die an die Bundesvorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla gerichteten Schreiben werfen der Landesführung autoritäre Praktiken und finanzielle Misswirtschaft vor. Die Enthüllungen, die erstmals vom Spiegel berichtet wurden, erhöhen den Druck auf die regionale Parteispitze.

Einer der Briefe stammt von Rüdiger Klos, einem ausscheidenden Landtagsabgeordneten und Mitgründer des AfD-Landesverbands. Nach einem Jahrzehnt in der Partei verurteilte er, was er als „Säuberungen im Stil totalitärer Regime“ und „Goebbels-artige innerparteiliche Taktiken“ bezeichnete. Klos warnte, dass unqualifizierte Funktionäre an der Macht „Chaos für Deutschland“ zur Folge hätten.

Ein zweiter Brief, unterzeichnet von langjährigen Mitgliedern, kritisierte Machtkonzentration, Vetternwirtschaft und mangelnde Transparenz bei Finanzentscheidungen. Die Gruppe beschrieb einen Wandel „von basisdemokratischen Strukturen zu einer autokratischen Funktionärspartei“, geprägt von „Machtcliquen“ und einer „Kultur der rücksichtslosen Selbstbereicherung“. Sie forderten eine unabhängige Prüfung der Landespartei-Finanzen, einschließlich des umstrittenen Ludwigsburger Erbes.

Trotz der Vorwürfe wurde der Landesvorsitzende Markus Frohnmaier auf einem Parteitag mit über 91 Prozent der Stimmen wiedergewählt. Das Ergebnis stellt die stärkste Zustimmung für einen AfD-Landeschef in Baden-Württemberg dar.

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Die Briefe haben die Führungskrise im Landesverband weiter verschärft. Forderungen nach finanzieller Transparenz und demokratischen Reformen prallen auf Frohnmaiers deutliche Wiederwahl. Der Konflikt spiegelt die anhaltenden Spannungen zwischen der Parteibasis und der etablierten Führung wider.

Quelle