Anonymer Brief erschüttert Stadttheater Fürth: Toxisches Arbeitsklima vorgeworfen
Friedrich-Wilhelm WerneckeAnonymer Brief erschüttert Stadttheater Fürth: Toxisches Arbeitsklima vorgeworfen
Ein anonymer Brief hat am Stadttheater Fürth für Unruhe gesorgt. Darin wird der künstlerischen Leiterin, Dr. Silvia Stolz, vorgeworfen, ein toxisches Arbeitsklima zu fördern. Das undatierte Schreiben, das angeblich 25 festangestellte Mitarbeiter vertritt, beschreibt eine Kultur der Angst, des Misstrauens und psychischen Drucks. Dr. Stolz leitet die Einrichtung seit November 2023 – eine Zeit, die sowohl von Wachstum als auch internen Spannungen geprägt ist.
Unter ihrer Führung verzeichnete das Theater beachtliche Erfolge. In der Spielzeit 2024/2025 – ihrer ersten als Intendantin – zog es über 100.000 Besucher an und verkaufte mehr als 95.000 Karten. Auch das Jugendtheaterprogramm wurde in dieser Zeit deutlich ausgebaut.
Doch der anonyme Brief zeichnet ein gänzlich anderes Bild. Er wirft der Leitung vor, ein feindseliges Arbeitsumfeld zu schaffen, ohne dass sich konkrete Personen öffentlich zu den Vorwürfen bekennen. Der Dramaturg Udo Eidinger wies die Annahme zurück, das Schreiben spiegle die Meinung der gesamten Belegschaft wider, und verwies auf das Fehlen von Unterschriften.
Trotz der Kontroverse laufen die Vorbereitungen für eine anstehende Premiere weiter. Viele Kollegen bleiben engagiert bei der Sache, auch wenn einige die Situation mit Sorge betrachten. Der Theateraufsichtsratsvorsitzende Maurice Schönleben (SPD) sprach Dr. Stolz öffentlich seine Unterstützung aus. Die Entwicklung des Hauses seit 2023 nannte er „beachtlich“ und betonte, sie sei die richtige Führungspersönlichkeit für die anstehende Transformation. Eidinger lobte zudem ihre Bemühungen, die Verbindung des Theaters zur Stadt zu stärken, die Zugänglichkeit zu verbessern und den öffentlichen Dialog zu fördern.
Nun steht das Theater vor einer Phase der Unsicherheit, während die Mitarbeiter auf weitere Klarheit warten. Gleichzeitig arbeitet ein eingespieltes Team mit Leidenschaft an den anstehenden Produktionen. Die kommenden Wochen werden zeigen, wie die Institution diese internen Herausforderungen bewältigt, ohne die künstlerischen und betrieblichen Erfolge der letzten Zeit zu gefährden.






