01 May 2026, 04:33

Apothekensterben im Landkreis Darmstadt-Dieburg droht – "Gesundheitsnetz könnte kollabieren"

Apothekenfront mit "The Generics Pharmacy"-Schriftzug, umgeben von städtischen Elementen unter einem klaren blauen Himmel.

Apothekensterben im Landkreis Darmstadt-Dieburg droht – "Gesundheitsnetz könnte kollabieren"

Dr. Nojan Nejatian, Inhaber der Heegbach-Apotheke in Erzhausen, hat vor der zunehmenden Schließung von Apotheken im Landkreis Darmstadt-Dieburg gewarnt. Er betont, dass ohne Gegenmaßnahmen das gesamte lokale Gesundheitsnetz zusammenbrechen könnte. Seine Warnungen äußerte er während eines jüngsten Treffens mit Vertretern des Landkreises, bei dem es um die Zukunft der medizinischen Versorgung in der Region ging.

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Nejatian traf sich mit Landrat Klaus Peter Schellhaas (Darmstadt-Dieburg) sowie Christel Sprößler, der zuständigen Dezernentin für Soziales und Jugend im Landkreis. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Herausforderungen, vor denen Apotheken stehen – besonders vor dem Hintergrund der anstehenden Kommunalwahlen. Sowohl Nejatian als auch Sprößler waren sich einig, dass vor Ort ansässige Apotheken ein unverzichtbarer Bestandteil der lokalen Infrastruktur sind, durch politische Untätigkeit jedoch zunehmend in ihrer Existenz bedroht werden.

Nejatian unterstrich, dass ein funktionsfähiges Apothekensystem auf langfristige politische Unterstützung und stabile Strukturen angewiesen sei. Er verwies darauf, dass Schellhaas in der Vergangenheit bereits Maßstäbe gesetzt habe, etwa durch die Einrichtung zweier Medizinischer Versorgungszentren (MVZ). Doch die aktuelle Welle von Apotheken-Schließungen drohe, diese Fortschritte zunichtezumachen.

Um weiteren Schaden abzuwenden, forderte Nejatian, dass künftige MVZ systematisch Apotheken in ihre Konzepte einbinden sollten. Nur so ließen sich die Kernleistungen der Apotheken nachhaltig sichern. Sprößler, die SPD-Kandidatin für die Nachfolge Schellhaas', versprach, die Arbeit ihres Vorgängers im Bereich der lokalen Gesundheitsversorgung fortzuführen.

Nejatian wies zudem auf die übergeordneten Folgen der Apotheken-Schließungen hin: Sie offenbarten strukturelle Schwächen im Gesundheitssystem. Werde nicht gegengesteuert, drohe ein Dominoeffekt, der das gesamte Versorgungsnetz destabilisiere, so seine Warnung.

Das Treffen machte deutlich, dass sofortiges Handeln nötig ist, um die lokalen Apotheken und damit das Gesundheitssystem insgesamt zu schützen. Sprößlers Zusicherung, den Kurs Schellhaas' beizubehalten, gibt zwar etwas Hoffnung – doch Nejatians dringender Appell zeigt: Die Lage bleibt kritisch. Ohne gezielte Maßnahmen könnten Gemeinden in Darmstadt-Dieburg bald ohne grundlegende medizinische Versorgungsangebote dastehen.

Quelle