20 April 2026, 14:34

Ärzte und Apotheker liefern sich erbitterten Machtkampf um neue Gesundheitsgesetze

Plakat zeigt, dass Big Pharma 2022 Amerikaner zwei bis drei Mal so viel für dieselben Medikamente berechnet hat wie in anderen Ländern, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze.

Ärzte und Apotheker liefern sich erbitterten Machtkampf um neue Gesundheitsgesetze

Ein erbitterter Streit ist zwischen Apothekern und Ärzten über ein geplantes Gesetz zur Ausweitung der Apothekenleistungen in Deutschland entbrannt. Das Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) soll Apotheken eine größere Rolle bei Impfungen und der Medikamentenbetreuung einräumen. Doch der Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) lehnt die Pläne scharf ab und bezeichnet sie als riskant und ungerecht.

Der Konflikt eskalierte, nachdem das Bundesgesundheitsministerium (BMG) ankündigte, die Festbeträge für Apotheken um eine zusätzliche Milliarde Euro anzuheben. KBV-Chef Dr. Andreas Gassen kritisierte diesen Schritt als einseitig und warf dem Ministerium vor, die Arztpraxen zu vernachlässigen. Zudem warf er der Behörde vor, die steigenden Krankenhauskosten nicht in den Griff zu bekommen, während Apotheken mit zusätzlichen Mitteln belohnt würden.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Gassen ging noch weiter und warnte, dass eine Ausweitung von Impfungen in Apotheken zu unqualifizierten Tests führen könnte. Er behauptete, medizinische Laien könnten Eingriffe ohne ausreichende Nachweise durchführen. Seine Äußerungen provozierten eine scharfe Reaktion der Apothekerin Marietheres Reher-Gremme, die seine Aussagen als unwissend und arrogant zurückwies.

Reher-Gremme verteidigte die Fachkompetenz der Apotheker und verwies darauf, dass Pharmakologie und klinische Pharmazie zentrale Bestandteile ihrer Ausbildung seien. Sie betonte, dass Apotheker eine entscheidende Rolle bei der Vermeidung von Medikationsfehlern, Wechselwirkungen und Fehlanwendungen spielten und so die Arzneimittelsicherheit insgesamt verbesserten. Auf die Bedenken hinsichtlich eines übermäßigen Antibiotikaeinsatzes entgegnete sie, Apotheker würden mit solchen Wirkstoffen verantwortungsvoll umgehen.

Zudem hob sie den Erfolg der apothekengeführten Impfkampagnen während der Pandemie hervor, bei denen es zu keinen medizinischen Zwischenfällen gekommen sei. Reher-Gremme plädierte für eine bessere Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Apothekern und forderte beide Seiten auf, in einen offenen Dialog zu treten und sich gegenseitig mit Respekt zu begegnen.

Im Kern geht es in der Auseinandersetzung um Finanzierung, berufliche Zuständigkeiten und die Patientensicherheit. Während Apotheker ihre Ausbildung und Erfolgsbilanz als Argument für erweiterte Aufgaben anführen, warnen Ärzte vor möglichen Risiken. Das Ergebnis dieser Debatte könnte die Art und Weise, wie Impfungen und Medikamentendienstleistungen in Deutschland erbracht werden, grundlegend verändern.

Quelle