09 May 2026, 12:25

Baden-Württemberg setzt auf Klimaneutralität 2040 mit flexiblen Regeln und CCS-Technologie

Plakat mit Text und Logo, das "Wir reduzieren die Treibhausgasemissionen um etwa eine Gigatonne bis 2030" verkündet und für die Reduzierung der Treibhausgasemissionen bis 2030 wirbt.

Baden-Württemberg setzt auf Klimaneutralität 2040 mit flexiblen Regeln und CCS-Technologie

Baden-Württembergs neue Grün-Schwarze Koalition präsentiert ehrgeizigen Klima- und Energieplan

Die neue Regierung aus Grünen und CDU in Baden-Württemberg hat ein umfassendes Klima- und Energiekonzept vorgelegt. Ziel ist es, den raschen Ausbau grüner Technologien mit entspannteren Vorschriften für Unternehmen und Kommunen in Einklang zu bringen. Zu den zentralen Maßnahmen gehören der beschleunigte Ausbau erneuerbarer Energien, die Förderung von CO₂-Abscheidung und strengere Regeln für Umweltklagen.

Die Koalition hat ein klares Ziel gesetzt: Klimaneutralität bis 2040. Um dies zu erreichen, setzt das Land auf mehr Flexibilität bei der Reduzierung von Emissionen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Abscheidung und Speicherung von CO₂ (CCS). Baden-Württemberg will eine Bundesklausel nutzen, um das deutsche Verbot der CO₂-Speicherung an Land zu umgehen und so den Transport von abgeschiedenem Kohlendioxid zu beschleunigen.

Die erneuerbaren Energien sollen deutlich ausgebaut werden. Geplant sind der Ausbau von Wind-, Solar-, Wasser- und Biogaskraft. Freiflächen-Solaranlagen sollen künftig einfacher genehmigt werden, während Dachflächen und Parkplätze weiterhin Priorität haben. Biogasproduzenten profitieren von verlängerten Einspeisevergütungen, bis die neuen Regelungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) in Kraft treten.

Auch die Kommunen werden finanziell gestärkt: Ein neues Gesetz sichert ihnen einen festen Anteil an den Erträgen aus Wind- und Solarprojekten. Gleichzeitig werden die Berichtspflichten nach dem Landes-Klimaschutzgesetz reduziert, um Bürokratie abzubauen.

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Die Koalition will Klagen von Umweltschutzverbänden erschweren. Künftig müssen Kläger starke lokale Bezüge nachweisen, um in Berufungsverfahren parteifähig zu bleiben. Parallel entsteht ein „Green Tech-Bündnis“, das Start-ups, Industrie und Forschung vernetzt, um Arbeitsplätze zu schaffen und saubere Technologien zu exportieren. Die Wasserstoffproduktion bleibt zentral – mit weitergehender Förderung von Elektrolyseprojekten, um Baden-Württemberg zu einem Wasserstoff-Standort auszubauen.

Der Plan verbindet ehrgeizige Klimaziele mit wirtschaftsfreundlichen Anpassungen. Während Umweltverbände mit strengeren Klageregeln konfrontiert werden, erhalten Unternehmen Anreize für erneuerbare Energien und CO₂-Abscheidung. Die Regierung erwartet, dass diese Maßnahmen den Wandel beschleunigen – bei gleichzeitiger Einbindung der regionalen Wirtschaft.

Quelle