Baden-Württemberg testet Wälder als natürliche Wasserspeicher gegen Dürren und Fluten
Corinna SchinkeBaden-Württemberg testet Wälder als natürliche Wasserspeicher gegen Dürren und Fluten
Wälder spielen eine entscheidende Rolle bei der Wasserregulation – von der Verlangsamung von Überschwemmungen bis zur Grundwasserneubildung. Angesichts der durch den Klimawandel verstärkten Dürren und Starkregenereignisse wird die Umwandlung von Wäldern in widerstandsfähige Mischwälder immer dringlicher. Doch trotz ihrer Bedeutung hat bisher kein deutsches Bundesland Pilotprojekte zur Wasserspeicherung in Wäldern gestartet – mit einer Ausnahme: Baden-Württemberg.
Wälder fungieren auf vielfältige Weise als natürliche Wasserspeicher. Ihr Boden wirkt wie ein riesiger Schwamm, der Regen und Schnee aufnimmt und das Wasser langsam wieder abgibt. Dieser Prozess verringert den Oberflächenabfluss, beugt Erosion vor und schützt benachbarte Ortschaften vor Sturzfluten. Im Winter ermöglichen strukturreiche Mischwälder – insbesondere Laubwälder – dass mehr Niederschlag den Boden erreicht und so die Grundwasserneubildung gefördert wird.
Auch die Bäume selbst beeinflussen das lokale Klima. Durch die Verdunstung von Feuchtigkeit über ihre Blätter kühlen sie im Sommer die Luft und tragen zur Wolkenbildung bei, was wiederum die Niederschlagswahrscheinlichkeit erhöht. Das Wasser sickert durch verschiedene Bodenschichten und tritt später als sauberes Grundwasser wieder zutage.
In Baden-Württemberg erprobt die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) Wege, um diese Effekte zu verstärken. In landesweiten Pilotprojekten wird untersucht, wie Wasserquerungen entlang von Waldwegen Feuchtigkeit länger speichern können. Diese Maßnahmen sollen die Wälder klimaresistenter machen – doch vergleichbare Initiativen fehlen in anderen deutschen Regionen bisher.
Die Notwendigkeit, Wälder für ein besseres Wassermanagement anzupassen, wächst stetig. Die Pilotvorhaben in Baden-Württemberg zeigen, wie Wasser zurückgehalten und Hochwasserrisiken verringert werden können. Ohne eine breitere Umsetzung bleibt das Potenzial der Wälder, die Wasserversorgung in einem sich wandelnden Klima auszugleichen, jedoch ungenutzt.






