14 March 2026, 08:28

Baden-Württembergs Landtag wächst auf 157 Abgeordnete durch neues Wahlsystem

Ein detaillierter Grundrissplan des ehemaligen Büro des deutschen Bundeskanzlers, der den Aufbau des Gebäudes mit verschiedenen Räumen und Textanmerkungen zeigt.

Warum der Landtag so groß wie nie zuvor ist - Baden-Württembergs Landtag wächst auf 157 Abgeordnete durch neues Wahlsystem

Der Landtag von Baden-Württemberg ist nach der jüngsten Wahl größer geworden als ursprünglich geplant. Das neue Wahlsystem, das sich am bundesdeutschen Modell mit zwei Stimmen orientiert, führte zu einer erweiterten Volksvertretung. Mit 157 Abgeordneten – drei mehr als in der vorherigen Legislaturperiode – übersteigt das Parlament nun die eigentlich vorgesehene Größe von 120 Sitzen.

Die Reform führte ein Zweistimmensystem ein, bei dem Wähler eine Stimme für einen Direktkandidaten im Wahlkreis und eine zweite für die Landesliste einer Partei abgeben. Diese Änderung sollte die Verhältnisgerechtigkeit stärken, löste aber auch Überhang- und Ausgleichsmandate aus. Bei der Wahl 2021 errangen die Grünen 13 Überhangmandate, während andere Parteien 21 Ausgleichsmandate erhielten, um die Repräsentation auszugleichen.

Kritiker hatten vor der Reform gewarnt, sie könnte ein "Mega-Parlament" mit bis zu 200 Abgeordneten schaffen und Millionen an zusätzlichen Kosten verursachen. Die FDP startete sogar eine Bürgerinitiative, um die Erweiterung zu stoppen – doch diese fand kaum Unterstützung. Trotz der Bedenken blieb die endgültige Zahl bei 157 Abgeordneten – immer noch über der geplanten Standardgröße.

Die CDU gewann 56 Direktmandate und 14 Überhangmandate, während andere Parteien Ausgleichsmandate erhielten, um die Fairness zu wahren. Ein erklärtes Ziel der Reform war es, den Frauenanteil im Parlament zu erhöhen, doch belastbare Daten zur Wirkung stehen noch aus.

Der neue Landtag umfasst nun 157 Abgeordnete – mehr als in der vorherigen Periode und deutlich über dem ursprünglichen Ziel von 120 Sitzen. Das Zweistimmensystem hat die Repräsentation verändert, doch die Debatten über Kosten und Effizienz halten an. Die langfristigen Auswirkungen auf Vielfalt und die parlamentarische Arbeit bleiben abzuwarten.

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