Bayreuther Festspiele rudern zurück und laden Michel Friedman doch ein
Friedrich-Wilhelm WerneckeBayreuther Festspiele rudern zurück und laden Michel Friedman doch ein
Die Bayreuther Festspiele haben ihre Entscheidung zurückgenommen, die Einladung an Michel Friedman zu widerrufen. Die Veranstaltung wird nun wie ursprünglich geplant stattfinden. Zudem hat das Festival eine Entschuldigung an den deutschen Journalisten und Autor gerichtet.
Katharina Wagner hatte zunächst Sicherheitsbedenken als Grund für den Rückzug genannt. Christian Thielemann erklärte später, dass Gespräche über eine Veranstaltung mit Friedman bereits vor über einem Jahr geführt worden seien. Er bestätigte, dass es nie eine verbindliche Zusage gegeben habe.
Friedman hatte dem Festival vorgeworfen, sich nicht ernsthaft mit Antisemitismus auseinanderzusetzen. Die Institution hat sich jedoch mit ihren historischen Verbindungen zum Nationalsozialismus befasst – etwa durch Gedenkveranstaltungen und Symposien. Auch Wagners Antisemitismus wurde in früheren Produktionen thematisiert, so etwa in Katharina Wagners Die Meistersinger oder in Gesprächen wie denen von Stephen Fry während des Castorf-Ring-Zyklus.
Jüdische Dirigenten wie Daniel Barenboim und Kirill Petrenko haben die musikalische Identität des Festivals maßgeblich geprägt. Bayreuth bleibt eine Plattform für Debatten über das kulturelle und historische Erbe Deutschlands.
Die Festspiele haben nun ihre Unterstützung für die Veranstaltung mit Friedman bekräftigt. Die Entschuldigung soll einen Schritt nach vorn markieren. Die Diskussionen und Produktionen bleiben Teil der fortlaufenden Auseinandersetzung mit komplexen historischen Themen.






