13 June 2026, 00:27

Berliner Kulturszene kämpft um Überleben gegen Kürzungen und politische Gleichgültigkeit

Welchen Weg für die Kultur?

Berliner Kulturszene kämpft um Überleben gegen Kürzungen und politische Gleichgültigkeit

Berlins Kulturszene wehrt sich gegen Kürzungen und politische Vernachlässigung

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Über 600 Kulturschaffende haben die Berliner Erklärung unterzeichnet und fordern, dass mindestens drei Prozent des Landeshaushalts in zuverlässige Kulturförderung fließen. Der Aufruf kommt zu einer Zeit, in der viele Einrichtungen vor der Schließung stehen und ihre Zukunft ungewiss ist.

Oliver Reese, künstlerischer Leiter des Berliner Ensembles, kritisierte die jüngsten Kürzungen öffentlich als falschen Weg. Gleichzeitig wies er auf die drohende Schließung des Atelierhauses in der Wilsnacker Straße hin – ein weiteres Opfer schrumpfender Budgets. Reese erzählte eine persönliche Geschichte über die prägende Kraft des Theaters: Ein Schlüsselerlebnis mit 14 Jahren im Theater Paderborn habe sein Leben verändert.

Tom Streidel, Tischler am Maxim Gorki Theater, äußerte Sorgen über eine mögliche Zerschlagung des Hauses. Steigende Mieten könnten dazu führen, dass die Räumlichkeiten an die Stiftung Oper abgegeben werden müssen. Gabi Dan Droste, Leiterin des FELD Theaters, verglich die Situation mit dem Mythos von Ikarus: Erst wird Anerkennung zuteil, dann wird die Förderung plötzlich entzogen.

Die Initiative Berlin ist Kultur geht nun in die Offensive. Im Rahmen einer Aktionswoche vor der Wahl wirbt sie mit Plakaten unter dem Hashtag #deineStimmefürKultur um Unterstützung. Zudem hat die Gruppe „Wahl-Prüfsteine“ für Kandidat:innen entwickelt, in denen es um die Förderung von Kunstvermittlung und nachhaltiger Finanzierung geht. Bei einer kürzlichen Veranstaltung erschienen jedoch nur wenige Politiker:innen, darunter Katharina Marg, Ronja Losert und Bertram von Boxberg.

Ziel der Bewegung ist es, langfristige Finanzierung und politisches Engagement für die Berliner Kulturszene zu sichern. Angesichts der bedrohten Einrichtungen und instabilen Förderung will die Initiative Kultur zu einem zentralen Wahlkampfthema machen. Mit der Erklärung, Protesten und öffentlichem Druck formiert sich ein gemeinsamer Widerstand für den Wandel.

Quelle