14 June 2026, 02:30

Daimler beantragt Kronzeugenregelung – BMW bricht Zusammenarbeit ab

Daimler-Chef: Selbstanzeige kein Schuldeingeständnis

Daimler beantragt Kronzeugenregelung – BMW bricht Zusammenarbeit ab

Daimler hat öffentlich bestätigt, einen Antrag auf Kronzeugenregelung in einem Kartellverfahren gestellt zu haben. Der Schritt erfolgt nach zwei Jahren vorläufiger EU-Untersuchungen zu mutmaßlichen Absprachen unter deutschen Automobilherstellern. CEO Dieter Zetsche nahm bei einer Veranstaltung in Stuttgart erstmals zu den Vorwürfen Stellung.

Zetsche betonte, die Selbstanzeige dürfe nicht als Schuldeingeständnis gewertet werden. Er wiederholte diese Aussage ausdrücklich, um Missverständnisse über das Vorgehen des Konzerns zu vermeiden.

Im Mittelpunkt der Vorwürfe stehen Gespräche zwischen den Herstellern über technische Standards und damit zusammenhängende Themen. Diese Absprachen gerieten ins Visier der Ermittler, seitdem die EU ihre ersten Ermittlungen aufnahm.

BMW zeigte sich über Daimlers Vorgehen verärgert und verunsichert. Vorstandschef Harald Krüger sagte sogar seine geplante Rede auf einem Gipfeltreffen wegen Krankheit ab. Als Vorsichtsmaßnahme setzte das Unternehmen zudem alle gemeinsamen Projekte mit Daimler aus.

Daimlers Antrag auf Kronzeugenstatus bleibt vage, insbesondere was den Zeitrahmen betrifft. BMW reagiert zurückhaltend und stoppt die Zusammenarbeit, bis mehr Klarheit herrscht. Die EU-Ermittlungen entwickeln sich weiter – nach zwei Jahren vorbereitender Arbeit.

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