31 May 2026, 16:28

DB-Chef Nagl lehnt Sonderregeln für Italo im deutschen Fernverkehr ab

DB InfraGO warnt vor Sonderregeln für Italo im Fernverkehr

DB-Chef Nagl lehnt Sonderregeln für Italo im deutschen Fernverkehr ab

Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der DB InfraGO, hat sich gegen Sonderregelungen für den italienischen Bahnanbieter Italo im deutschen Fernverkehrsmarkt ausgesprochen. Seine Warnungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Diskussionen über den geplanten Markteintritt von Italo ab 2028 an Fahrt aufnehmen. Nagl argumentiert, dass Ausnahmen zu rechtlichem Chaos führen und den Wettbewerb gefährden könnten.

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Kritik übte Nagl insbesondere an dem Vorschlag einer befristeten „Neueinsteiger-Klausel“, die Italo den Markteintritt erleichtern soll. Er bezeichnete die Idee als rechtlich riskant und warnte vor jahrelangen Gerichtsprozessen. Seiner Einschätzung nach könnte eine solche Regelung sogar dazu führen, dass die EU-Gerichte die Zugangsregeln für die Schieneninfrastruktur innerhalb von 18 Monaten kippen.

Der CEO lehnte auch die Wiederbelebung alter, mehrjähriger Rahmenverträge aus dem Jahr 2017 ab. Diese Verträge waren damals gescheitert, weil sie zu komplex und rechtlich unklar waren. Stattdessen verwies er auf die anstehende Kapazitätsverordnung der EU, die jedoch erst 2031 verbindlich wird.

Trotz seiner Bedenken zeigt sich Nagl überzeugt, dass Wettbewerb im Fernverkehr funktionieren kann. Er betonte, die DB InfraGO behandle als Infrastrukturunternehmen alle Bahnanbieter gleich. „Uns ist egal, welche Farbe die Züge haben“, sagte er. Seine Priorität liege darin, faire Bedingungen für alle Marktteilnehmer zu gewährleisten.

Nagls Haltung unterstreicht die Spannung zwischen der Förderung neuer Wettbewerber und der Wahrung rechtlicher Stabilität. Ohne klare Regelungen bis 2031 könnten Sonderkonditionen für Italo umgehend auf rechtliche Hürden stoßen. Die Entscheidung wird maßgeblich prägen, wie sich der deutsche Fernverkehrsmarkt in den kommenden Jahren entwickelt.

Quelle