DDR-Kneipe in Kassel: Dreieinhalb Jahre Haft für gefälschte Impfpässe
Friedrich-Wilhelm WerneckeDDR-Kneipe in Kassel: Dreieinhalb Jahre Haft für gefälschte Impfpässe
Ein Gericht hat zwei Personen zu jeweils etwa dreieinhalb Jahren Haft verurteilt, weil sie gefälschte COVID-19-Impfpässe verkauft haben. Das Duo betrieb seine illegale Machenschaft im Keller einer nostalgischen Kneipe im Stil der DDR in Kassels Stadtteil Marbachshöhe.
Zwischen August und Dezember 2021 füllten die Angeklagten mindestens 6.000 leere Impfheftchen mit gefälschten Impfeinträgen aus. Die meisten verkauften sie für je 50 Euro und erzielten nach Abzug der Kosten einen Gewinn von 285.400 Euro. Zudem hatten sie 8.000 leere Impfpässe erworben und etwa 400 Fälschungen für je 20 Euro veräußert.
Ihre Werkstatt wurde durch Zufall bei einer unangekündigten Zählerablesung entdeckt. Die Polizei fand dort fast 1.000 leere gelbe Impfheftchen, zwölf gefälschte Stempel sowie Chargenaufkleber für COVID-19-Impfstoffe. Wie das Gericht feststellte, hatten lediglich rund 3.200 Käufer die Fälschung vollendet, indem sie ihre eigenen Namen und Adressen eintrugen.
Die Kneipe diente zudem als Kantine für Soldaten und als Treffpunkt für lokale AfD-Versammlungen. Neben der Urkundenfälschung wurden die Angeklagten auch wegen Steuerhinterziehung verurteilt, da sie auf ihre illegalen Einnahmen weder Gewerbe- noch Einkommensteuer entrichtet hatten. Das Gericht stufte sie als Gehilfen ein, da die eigentliche Fälschung von den Käufern begangen wurde, die die gefälschten Pässe nutzten.
Beide Angeklagte erhielten Haftstrafen von jeweils rund dreieinhalb Jahren. Das Urteil unterstreicht das Ausmaß ihrer kriminellen Machenschaften sowie die damit verbundenen finanziellen Gewinne. Die Verurteilung umfasst zudem das zusätzliche Delikt der Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit den illegalen Einnahmen.






