29 April 2026, 05:19

Deutsches Theater feiert Mammutaufführungen als ungebrochenen Kulttrend

Offenes Buch mit dem Titel "The Theatre: A Monthly Review of the Drama, Music, and the Fine Arts" mit sichtbarem Text und einem Logo auf der Seite.

Deutsches Theater feiert Mammutaufführungen als ungebrochenen Kulttrend

Deutsches Theater und die Tradition der Mammutaufführungen

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Das deutsche Theater ist seit langem für seine marathonglangen Aufführungen bekannt, die weit über die übliche Spieldauer hinausgehen. Von siebenstündigen Epen bis zu zwölfstündigen Sagas – Regisseure wie Publikum haben diesen Trend gleichermaßen angenommen. Nun bereitet die Berliner Volksbühne eine Neuinszenierung von Peer Gynt vor, deren erster Teil allein schon acht Stunden dauern soll.

Die Tradition der extrem langen Theaterstücke etablierte sich in den 1970er- und 1980er-Jahren, angetrieben vom Aufstieg des Regietheaters. Robert Wilsons Einstein on the Beach, das 1976 uraufgeführt wurde, setzte mit einer Dauer von vier bis fünf Stunden früh einen Maßstab. 1999 ging Luk Percevals Schlachten bei den Salzburger Festspielen noch einen Schritt weiter – die Inszenierung dauerte volle zwölf Stunden.

Erst kürzlich brachte das Schauspielhaus Bochum 2023 Die Brüder Karamasow in einer siebenstündigen Fassung auf die Bühne. In diesem Jahr zeigt die Münchner Kammerspiele Wallenstein: Ein Festmahl in sieben Gängen – ein weiteres siebenstündiges Epos – beim Berliner Theatertreffen. Das Festival, das jährlich zehn herausragende Produktionen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz einlädt, verzeichnet selbst für die längsten Stücke schnell ausverkaufte Vorstellungen.

Nora Hertlein-Hull, Leiterin des Berliner Theatertreffens, erlebte ihre erste ultra-lange Aufführung im Jahr 2007. Zwar erfasst der Deutsche Bühnenverein keine Statistiken zu Spieldauern, doch der Trend bleibt ungebrochen. Während der Pandemie verschob sich die Nachfrage vorübergehend hin zu kürzeren, pausenlosen Stücken. Doch inzwischen sind die Theater-Marathons wieder fest etabliert.

Die Wiederbelebung von Peer Gynt an der Berliner Volksbühne führt eine jahrzehntelange Tradition ambitionierter, ausufernder Inszenierungen fort. Das Publikum zeigt sich weiterhin bereit, sich auf diese theatralischen Langzeitprojekte einzulassen. Mit Festivals wie dem Berliner Theatertreffen, die solche Werke in den Fokus rücken, scheint das Format auch künftig Bestand zu haben.

Quelle