Düsseldorf stoppt Milliarden-Opernneubau und setzt auf Modernisierung
Mustafa TröstDüsseldorf stoppt Milliarden-Opernneubau und setzt auf Modernisierung
Düsseldorf hat die Pläne für ein neues, vom Architekturbüro Snøhetta entworfenes Opernhaus im Wert von einer Milliarde Euro aufgegeben. Stattdessen schlägt Oberbürgermeister Stephan Keller nun vor, das bestehende Opernhaus am Hofgarten zu modernisieren. Die Entscheidung folgt auf stark gestiegene Kosten, die das ursprüngliche Vorhaben undurchführbar machten.
Ursprünglich wollte die Stadt ihr Nachkriegs-Opernhaus durch Snøhettas modernes Design ersetzen. Die geschätzten Kosten für das Projekt stiegen jedoch auf 1,8 Milliarden Euro an, was zum Stopp führte. Das Gelände, das Düsseldorf für 137 Millionen Euro erworben hatte, steht seitdem wieder unter städtischer Kontrolle.
Eine Kostenanalyse ergab, dass die Sanierung des aktuellen Bonatz-Baus zwischen 400 und 500 Millionen Euro erfordern könnte. Alternative Vorschläge wie der „Blue-Green Ring“ des Büros raumwerk sehen vor, das Gebäude von 1956 in eine halbtransparente Hülle zu integrieren und die Kapazität um 25 Prozent zu erhöhen. Durch eine durchdachte Landschaftsgestaltung ließe sich die Oper zudem optisch mit nahegelegenen Kulturstätten wie der Kunsthalle und der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen verbinden.
In Rostock hatte die CDU geplant, das historische Volkstheater für Neubauten mit Wohnungen abzureißen. Doch das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege in Schwerin stellte das 1943 errichtete Gebäude unter Schutz und verhinderte so den Abriss. Stattdessen entsteht in Rostock ein neues Theater des Berliner Büros Hascher Jehle, dessen Baukosten auf 208 Millionen Euro geschätzt werden.
Düsseldorfs Kurswechsel – weg vom Neubau, hin zur Sanierung – spiegelt finanzielle Zwänge und eine Neuorientierung im Umgang mit dem kulturellen Erbe wider. Das bestehende Opernhaus könnte nun erhebliche Investitionen erhalten. Die Entscheidung unterstreicht zugleich die Herausforderungen, Modernisierung und Denkmalschutz in der Stadtentwicklung in Einklang zu bringen.






