25 April 2026, 14:33

E.ON und RWE wollen 19 Kraftwerke stilllegen – droht Deutschlands Blackout-Risiko?

Balkendiagramm, das die Stromerzeugung aus Wind und Solar in Deutschland zeigt, mit begleitendem Erläuterungstext.

E.ON und RWE wollen 19 Kraftwerke stilllegen – droht Deutschlands Blackout-Risiko?

Deutsche Energiekonzerne E.ON und RWE schlagen Stilllegung von 19 Kraftwerken vor

Die deutschen Energieunternehmen E.ON und RWE haben beantragt, 19 Kraftwerke bundesweit abzuschalten. Doch es gibt Bedenken, ob die Schließung dieser Anlagen die Stromversorgung des Landes gefährden könnte. Die Debatte entzündet sich vor dem Hintergrund der deutschen Bemühungen, die Abhängigkeit von konventionellen Energiequellen zu verringern.

Fachleute und Branchenverbände fragen sich nun, wie sich die Energiesicherheit mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien am besten in Einklang bringen lässt. Die Bundesregierung hat bereits einen Kapazitätsmarkt ausgeschlossen – ein System, das in anderen europäischen Ländern genutzt wird, um Reservekapazitäten zu sichern. Auch einen gemeinsamen Vorschlag mit Frankreich für einen länderübergreifenden Kapazitätsmechanismus lehnte sie ab.

E.ON argumentiert, dass die aktuellen Marktbedingungen Investitionen in neue Kraftwerke kaum rechtfertigen. Ohne finanzielle Anreize werde der Betrieb älterer Anlagen zunehmend unwirtschaftlich, so das Unternehmen. RWE befürwortet zwar die Stilllegungen, räumt aber ein, dass einige Kraftwerke für die Netzstabilität weiterhin notwendig sein könnten.

Deutschland unterhält derzeit eine "strategische Reserve" von 2,6 Gigawatt (GW) an Kraftwerken, die für Notfälle bereitgehalten werden. Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) schlägt vor, diese Reserve auf 7 bis 10 GW auszubauen. Zudem soll das System flexibler gestaltet werden, um Schwankungen bei der Einspeisung erneuerbarer Energien besser auszugleichen.

Der schrittweise Ausstieg aus konventionellen Kraftwerken entspricht den Zielen der deutschen Energiewende. Kritiker warnen jedoch, dass ein zu schneller Kapazitätsabbau das Stromnetz in Phasen geringer erneuerbarer Erzeugung anfällig machen könnte.

Der Streit um die Kraftwerksschließungen zeigt das Spannungsfeld zwischen den grünen Energieambitionen Deutschlands und dem Bedarf an zuverlässiger Stromversorgung. Ohne einen Kapazitätsmarkt muss das Land alternative Wege finden, um Backup-Strom zu sichern. Der Vorschlag des BEE für eine größere, anpassungsfähigere Reserve könnte eine Lösung bieten – doch Änderungen bedürfen der Zustimmung der Regierung. Bis dahin bleibt die Zukunft der 19 Kraftwerke ungewiss.

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