Erlangen verbietet "sexistische" Partyhits beim Bergkirchweih-Fest
Die Stadt Erlangen hat mehrere klassische Partyhits als „sexistisch“ eingestuft und die Organisatoren des Bergkirchweih-Festes aufgefordert, diese zu meiden. Die Entscheidung fällt kurz vor dem jährlichen Volksfest, das fast eine Million Besucher anzieht. Die Verantwortlichen möchten, dass die Veranstaltung frei von Diskriminierung und anstößigen Inhalten bleibt.
Der Schritt folgt einem Beschluss des Stadtrats aus dem Jahr 2021, bei dem CSU, Die Linke und SPD übereinstimmend Lieder mit „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ verurteilten. Zwei Jahre später prüften die Gleichstellungsbeauftragten der Grünen, Reka Lörincz und Nora Hahn-Hobeck, Songtexte und erstellten eine Liste „problematischer“ Titel. Lieder wie Skandal im Sperrbezirk sowie Stücke von Mickie Krause und Peter Wackel wurden wegen ihres als beleidigend empfundenen Inhalts markiert.
Auch eine Beschwerde einer Frau vom Festival 2022 beeinflusste die Entscheidung. Sie hatte sich unwohl gefühlt, nachdem sie von aggressiven Männern „begrapscht“ worden war und Lieder gehört hatte, die sie als unangemessen empfand. Die Stadt erwartet nun von Künstlern und Gastwirten, dass sie die neuen Richtlinien befolgen.
Doch nicht alle unterstützen die Änderung. Lokale Wirte hinterfragen die Liste und halten sie für überflüssig. Einige Künstler haben sogar angedeutet, künftig auf Auftritte in Deutschland zu verzichten – aus Sorge vor Zensur.
Das Bergkirchweih-Fest wird wie geplant stattfinden, allerdings mit den aktualisierten Vorgaben der Stadt. Die Organisatoren haben Besucher und Künstler aufgefordert, die Liste der unerwünschten Lieder zu respektieren. Ziel ist es, eine willkommene Atmosphäre für alle Gäste während des Festes zu schaffen.






