Europas größte Genomdatenbank entsteht – mit einer Million genetischer Profile
Nuray PlathEuropas größte Genomdatenbank entsteht – mit einer Million genetischer Profile
Europa baut die größte Genomdatenbank des Kontinents auf, um die genetische Vielfalt abzubilden. Im Rahmen des Projekts "Genome of Europe" entsteht eine Referenzsammlung mit mindestens einer Million Genomen. Das Institut für Medizinische Genetik und Angewandte Genomik in Tübingen ist die einzige deutsche Einrichtung, die an der Initiative beteiligt ist.
Das Vorhaben, koordiniert vom Erasmus Universitair Medisch Centrum in den Niederlanden, läuft über 42 Monate. In der ersten Phase sollen die Genome von mehr als 100.000 Personen sequenziert werden. Jede Probe durchläuft eine Vollgenomsequenzierung, um detaillierte genetische Daten zu gewährleisten.
Die Gesamtförderung für das Projekt beläuft sich auf rund 45 Millionen Euro, wobei sich die Kosten gleichmäßig zwischen der EU und den Mitgliedstaaten aufteilen. Allein der Tübinger Beitrag schlägt mit fast 6 Millionen Euro zu Buche. Die fertige Datenbank wird die vielfältigen Bevölkerungsgruppen Europas widerspiegeln und Forschung sowie medizinische Anwendungen in ganz Europa unterstützen.
Bis Mitte 2027 soll das "Genome of Europe"-Projekt ein europaweites Referenzsystem etablieren. Die Datenbank ist darauf ausgelegt, die genetische Forschung und Entscheidungen im Gesundheitswesen zu verbessern. Die beteiligten Länder und Institutionen bringen sowohl Finanzmittel als auch Expertise in der Sequenzierung ein.






