10 May 2026, 18:25

Felix Banaszak will Männer für Feminismus und neue Rollenbilder gewinnen

Plakat mit der Aufschrift "Geschlechterneutrale Toiletten" betont die Inklusivität in den Toiletteneinrichtungen.

Felix Banaszak will Männer für Feminismus und neue Rollenbilder gewinnen

Felix Banaszak, Co-Vorsitzender der deutschen Grünen, setzt sich dafür ein, dass sich Männer stärker mit Feminismus auseinandersetzen. Seine These: Starre Geschlechterrollen schaden allen – nicht nur Frauen. Sein Engagement kommt zu einer Zeit, in der sich junge Männer zunehmend der extremen Rechten zuwenden, während junge Frauen eher linksliberale Parteien unterstützen.

Erstmals Schlagzeilen machte Banaszak im Februar mit einem Playboy-Interview, das sich gezielt an junge Männer richtete. Darin sprach er offen über Feminismus und die Belastungen, denen Männer durch traditionelle Rollenbilder ausgesetzt sind. Fast zeitgleich besuchte er in Krefeld die Initiative Vaterwelten, die Geburtsvorbereitungskurse speziell für Väter anbietet.

Innerhalb seiner Partei arbeitet Banaszak mit dem Deutschen Frauenrat zusammen, um Räume zu schaffen, in denen Männer über Geschlechterfragen diskutieren können. Zudem fordert er eine bessere Finanzierung von Einrichtungen, die Jungen und Männer unterstützen – ohne deren Bedürfnisse gegen Frauenrechte auszuspielen. Sein in knalligem Pink gestrichenes Büro unterstreicht seine Ablehnung veralteter Männlichkeitsklischees.

Doch sein Ansatz stößt auch auf Widerstände. Nach den Vorwürfen der Schauspielerin Collien Fernandes gegen den Komiker Christian Ulmen wegen sexueller Übergriffe räumte Banaszak ein, seine Strategie möglicherweise überdenken zu müssen. Der Kontrast zur Rhetorik der Rechten könnte kaum größer sein: Der AfD-Politiker Maximilian Krah rief jüngst in einem Video vor der Europawahl 2024 junge Männer, die Probleme bei der Partnersuche hätten, dazu auf, „richtig“ zu wählen – also rechtes Gedankengut zu unterstützen.

Banaszaks Haltung ist nicht völlig neu. Schon vor zwei Jahrzehnten trug der Torhüter Tim Wiese bei Spielen pinkfarbene Handschuhe – ohne dass dies auf Kritik stieß. Doch heute, in Zeiten tiefer politischer Gräben, wirkt die Debatte über Männer und Feminismus dringender denn je.

Banaszaks Initiative wirft ein Schlaglicht auf die wachsende Kluft zwischen jungen Männern und Frauen in der deutschen Politik. Sein Appell an Männer, sich im Feminismus zu engagieren, kommt zu einer Zeit, in der rechtsextreme Parteien bei männlichen Wählern an Zuspruch gewinnen. Ob seine Botschaft Haltungen verändern kann, bleibt abzuwarten – doch die Diskussion steht nun eindeutig im Fokus.

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