Fracking in Deutschland: Chance für Gasversorgung oder teures Risiko?
Mustafa TröstFracking in Deutschland: Chance für Gasversorgung oder teures Risiko?
Deutschland verfügt über beträchtliche Schiefergasvorkommen, die die Energieunabhängigkeit des Landes stärken könnten. Die Erschließung dieser Ressource würde jedoch Hundert Bohrungen im ganzen Land erfordern. Fachleute gehen davon aus, dass Fracking eine Rolle in der langfristigen Gasversorgung der Nation spielen könnte.
Durch hydraulisches Fracking ließen sich bis 2025 schätzungsweise 6 bis 12 Prozent des deutschen Gasbedarfs decken. Die jährliche Förderung könnte zwischen 5 und 10 Milliarden Kubikmeter liegen. Allerdings bliebe diese Menge im globalen Maßstab bescheiden und würde voraussichtlich keine Auswirkungen auf die Weltmarktpreise haben.
Aktuell deckt die inländische Gasproduktion lediglich 4,2 Prozent des nationalen Bedarfs. Der Aufbau einer Fracking-Industrie würde mehrere Jahre in Anspruch nehmen und könnte daher weder kurzfristige Engpässe mildern noch die Preise senken. Bei Einhaltung strenger Auflagen gelten die Umweltrisiken als gering.
Ohne staatliche Förderung bleibt die wirtschaftliche Machbarkeit von Fracking in Deutschland ungewiss. Zwar könnte es die langfristige Versorgungssicherheit verbessern, doch wäre der Prozess mit erheblichen Investitionen und einem langen Zeitrahmen verbunden.
Fracking bietet Deutschland eine mögliche Gasquelle, doch schnelle Lösungen sind nicht zu erwarten. Die Auswirkungen auf die Preise und die globalen Märkte wären begrenzt. Das Land muss Kosten, Zeitaufwand und regulatorische Hürden sorgfältig abwägen, bevor es weitergeht.






