Frankfurter Apotheker verliert Approbation nach jahrelangem Betrug und Pflichtverstößen
Friedrich-Wilhelm WerneckeFrankfurter Apotheker verliert Approbation nach jahrelangem Betrug und Pflichtverstößen
Ein Frankfurter Apotheker hat nach Jahren des Betrugs und beruflicher Pflichtverstöße seine Approbation verloren. Der Fall begann 2010, als er die Apotheke seines Bruders übernahm, die bereits wegen Abrechnungsunregelmäßigkeiten untersucht wurde. Im Laufe der Zeit führten seine eigenen Handlungen zu schweren Sanktionen, darunter ein Gerichtsurteil wegen schwerwiegender Verstöße gegen die Berufspflichten.
Die Probleme des Apothekers begannen, als er das Geschäft von seinem Bruder übernahm, gegen den wegen betrügerischer Abrechnungen ermittelt wurde. Statt die Missstände zu beheben, führte er das System mindestens drei weitere Jahre fort. Er stellte Rechnungen für Medikamente, die er nie abgab, und teilte die Gewinne in bar mit den Patienten oder gab ihnen stattdessen andere Arzneimittel. Ermittler dokumentierten später 65 solche Fälle mit einem Gesamtschaden von über 1,6 Millionen Euro.
Der Betrug endete im Dezember 2013 – kurz bevor er von laufenden strafrechtlichen Ermittlungen gegen sich erfuhr. Bereits 2015 hatten die Behörden über eine vorläufige Entziehung seiner Approbation nachgedacht, zögerten die Maßnahme jedoch bis zum Abschluss des Verfahrens hinaus. Jahre später, 2021, traten neue Probleme auf: Sein COVID-19-Testzentrum verfehlte Hygienestandards und führte unzulässige Tests durch, woraufhin es geschlossen werden musste.
Trotz der Schließung bot die Apotheke weiterhin Tests an, was die Behörden 2022 schließlich dazu veranlasste, ihm die Approbation endgültig zu entziehen. Das Frankfurter Verwaltungsgericht urteilte später, seine Handlungen hätten klaren kriminellen Vorsatz und einen schweren Verstoß gegen berufliche Standards gezeigt. Nach Aufdeckung des Betrugs einigte er sich mit allen betroffenen Krankenkassen und erstattete den vollen Schadensersatz.
Zu seiner Verteidigung argumentierte er, Patienten hätten ihn unter Druck gesetzt – sogar mit Drohungen –, um seinen Bruder vor weiteren rechtlichen Konsequenzen zu schützen.
Die Approbation des Apothekers wurde nach Jahren des Betrugs und wiederholter Verstöße gegen Vorschriften endgültig entzogen. Sein Fall umfasste gefälschte Abrechnungen, mangelhafte COVID-19-Tests und die Nichteinhaltung grundlegender Hygieneregeln. Zwar beglich er die finanziellen Schäden, doch das Gerichtsurteil bedeutet das Ende seiner Laufbahn als Apotheker.






