Freiburg holt das Siegesdenkmal zurück – ein Symbol für autofreie Stadtplanung
Friedrich-Wilhelm WerneckeFreiburg holt das Siegesdenkmal zurück – ein Symbol für autofreie Stadtplanung
Freiburg denkt seine städtischen Räume neu – und holt ein historisches Denkmal an seinen ursprünglichen Standort zurück. Das Siegesdenkmal, einst wegen des Autoverkehrs umgesiedelt, kehrt nun an das Ende einer Fußgängerzone zurück. Dieser Schritt spiegelt einen größeren Wandel wider: die Stadt sucht zunehmend nach einem Ausgleich zwischen Verkehr und öffentlichem Leben.
In den 1950er- und 1960er-Jahren wurden Freiburger Straßen vom Autoverkehr dominiert, das Denkmal musste weichen. Damals baute die Stadt sogar Fußgängerbrücken und Tunnel, um Passanten vom Verkehr fernzuhalten. Doch 1992 änderte sich die Haltung – Freiburg erklärte seine Innenstadt zur autofreien Zone.
Doch die Umgestaltung ging weiter: Aus einer vierspurigen Straße zwischen Bibliothek und Universität wurde später eine Fußgängerzone. Jetzt markiert die Rückkehr des Denkmals einen weiteren Schritt in dieser Entwicklung. Die Bürger:innen entscheiden in einer demokratischen Debatte über seine Zukunft – ein Beispiel dafür, wie öffentliche Meinung die Stadtplanung prägt.
Der Wandel steht auch im Zusammenhang mit größeren Trends. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden viele deutsche Städte autogerecht wiederaufgebaut, dabei gingen historische Bauten verloren. In den USA hatten Autokonzern bereits in den 1920er-Jahren den Begriff "jaywalking" erfunden, um Fußgänger:innen die Schuld an Unfällen zuzuschieben. Heute macht Deutschlands Energiewende Politiker:innen offener für Forderungen nach einer Neuverteilung des öffentlichen Raums.
Die Verlegung des Siegesdenkmals unterstreicht Freiburgs anhaltende Bemühungen, die Straßen für die Menschen zurückzuerobern. Die Bürger:innen haben das letzte Wort – und sorgen dafür, dass die Entscheidung ihrem Bild der Stadt entspricht. Die Abkehr von der Autodominanz verändert das städtische Leben auf messbare Weise.






