Früherkennung von Radikalisierung: Wie Fachkräfte Geflüchtete besser schützen können
Nuray PlathFrüherkennung von Radikalisierung: Wie Fachkräfte Geflüchtete besser schützen können
Online-Veranstaltung des Kompetenzzentrums gegen Extremismus (konex) in Baden-Württemberg: Früherkennung von Radikalisierung bei Geflüchteten
Eine kürzlich vom Kompetenzzentrum gegen Extremismus (konex) in Baden-Württemberg organisierte Online-Veranstaltung widmete sich der Früherkennung von Radikalisierungstendenzen unter Geflüchteten. Fast 200 Fachkräfte aus der Flüchtlingshilfe verfolgten den Livestream, der Teil eines umfassenden Schulungsprogramms zu Prävention und Deradikalisierung war.
Die Veranstaltung mit dem Titel "Risiken und Warnsignale möglicher Radikalisierung bei Menschen mit Fluchterfahrung erkennen" umfasste zwei Fachvorträge sowie eine anschließende Fragerunde. Bettina Rommelfanger, Polizeidirektorin und Geschäftsführerin von konex, betonte, dass es darum gehe, Fachkräfte mit dem nötigen Wissen auszustatten, um Risiken frühzeitig zu erkennen und präventiv handeln zu können. Dr. Daniel Köhler, wissenschaftlicher Leiter des Zentrums, wies darauf hin, dass Radikalisierung ein komplexes Phänomen sei, das frühzeitige Gegenmaßnahmen und stabile soziale Netzwerke erfordere, um wirksam entgegenzutreten.
Das bei der Landeskriminalamt (LKA) angesiedelte konex berät regelmäßig Fachkräfte, die mit Geflüchteten arbeiten, zur Identifikation von Warnsignalen. Zudem bietet das Zentrum Beratung für Betroffene aller Formen von Radikalisierung an. Um die Reichweite zu erhöhen, wurde die Veranstaltung aufgezeichnet und steht auf Anfrage zur Verfügung.
Das Schulungsprogramm umfasst neben Online-Modulen auch Präsenzworkshops und maßgeschneiderte Seminare. Behörden heben hervor, dass eine frühe Erkennung und die Zusammenarbeit verschiedener Akteure entscheidend für eine zielgerichtete Prävention und Unterstützung seien.
Die hohe Teilnehmerzahl spiegelt den wachsenden Bedarf an Orientierungshilfen zu Radikalisierungsrisiken in Geflüchtetengemeinschaften wider. konex stellt weiterhin Materialien bereit – unter anderem auf seiner Website (*www.konex-bw.de) und per E-Mail ([email protected]*) – und unterstreicht damit die Bedeutung proaktiver Maßnahmen und sektorenübergreifender Kooperation in der Präventionsarbeit.






