Fürther Jugendrat fordert Reform: Hilfe statt Strafe für junge Straftäter
Friedrich-Wilhelm WerneckeFürther Jugendrat fordert Reform: Hilfe statt Strafe für junge Straftäter
Der Fürther Jugendrat hat einen Antrag zur Reform des Umgangs mit jugendlichen Straftätern eingebracht. Unter dem Titel „Hilfe statt Strafe – Gemeinsam gegen Gewalt“ zielt die Initiative darauf ab, Kriminalität im Zusammenhang mit Armut und Gewalt zu bekämpfen. Die Vorlage wird am 1. Juli 2023 beraten.
Auslöser für den Antrag waren Diskussionen über Schwarzfahren, da einige junge Menschen sich die Fahrkarten nicht leisten können. Julia Dierauf, stellvertretende Vorsitzende des Jugendrats, argumentiert, dass Armut bestimmte Straftaten begünstige und gezielte Unterstützung erfordere. Alexander Bohn, der Vorsitzende, ergänzt, dass reine Bestrafung die Ursachen solcher Delikte nicht behebe.
Der Jugendrat schlägt vor, Streetwork und mobile Jugendarbeit einzuführen, um junge Straftäter zu begleiten. Zudem soll die Jugendhilfe frühzeitig in gerichtliche Verfahren einbezogen werden, um Betroffenen Orientierung zu bieten. Der Antrag thematisiert auch die zunehmende sexualisierte und geschlechtsspezifische Gewalt. Clemens Trompke, Beisitzer im Jugendrat, warnt, dass diese Formen der Gewalt immer häufiger auftreten.
Um Gewalt entgegenzuwirken, empfiehlt der Rat die Einrichtung einer zentralen Meldestelle für Opfer. Zudem soll ein Meldeverfahren ohne zusätzliches Personal erprobt werden, um den Bedarf zu ermitteln.
Die Vorschläge des Jugendrats setzen auf Unterstützung statt Bestrafung bei armutsbedingter Kriminalität. Gleichzeitig sollen die Reaktionen auf Gewalt durch bessere Meldestrukturen verbessert werden. Der Antrag geht nun an die lokalen Verantwortlichen zur weiteren Beratung.
