Gesundheitsexperten fordern höhere Steuern auf Tabak, Alkohol und Zucker – für mehr Geld und weniger Krankheiten
Friedrich-Wilhelm WerneckeGesundheitsexperten fordern höhere Steuern auf Tabak, Alkohol und Zucker – für mehr Geld und weniger Krankheiten
Führende Vertreter des deutschen Gesundheitswesens schlagen höhere Steuern auf Tabak, Alkohol und zuckerhaltige Getränke vor. Mit der Maßnahme soll das finanzielle Gleichgewicht der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gestärkt und gleichzeitig ein gesünderer Lebensstil gefördert werden. Zwei zentrale Akteure unterstützen den Vorstoß und argumentieren, dass er sowohl die Haushaltslage entlasten als auch die öffentliche Gesundheit verbessern würde.
Andreas Gassen, Vorsitzender des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung (KBV), regte an, den Preis für eine Schachtel Zigaretten oder eine Flasche Wein um etwa zwei Euro zu erhöhen. Sein Ziel: eine präventive Wirkung ohne soziale Härten. Gleichzeitig lehnte er den SPD-Vorschlag einer Gesundheitsabgabe auf Miet- und Kapitaleinkünfte als weniger wirksam ab.
Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Ersatzkassen (vdek), sprach sich ebenfalls für höhere Tabaksteuern aus. Sie verwies darauf, dass Zigaretten in Deutschland im Vergleich zu vielen anderen europäischen Ländern nach wie vor günstig seien. Preiserhöhungen könnten Raucher dazu bewegen, ihren Konsum zu reduzieren oder ganz aufzuhören, so Elsner.
Beide betonten zudem die finanziellen Vorteile. Elsner schlug vor, die Mehreinnahmen zu nutzen, um den Mehrwertsteuersatz auf Arzneimittel und medizinische Hilfsmittel von 19 auf 7 Prozent zu senken. Allein diese Maßnahme könnte der GKV jährlich rund sieben Milliarden Euro sparen. Der vdek empfiehlt außerdem, die Finanzierung nicht versicherungspflichtiger Leistungen auf den Steuerzahler umzulegen, um die Systembelastung zu verringern.
In den offiziellen Empfehlungen der KBV an die GKV-Finanzierungskommission sind höhere Steuern auf Alkohol und Tabak enthalten. Die Maßnahmen sind Teil einer umfassenden Strategie, um die langfristige Finanzierung des Gesundheitssystems zu sichern und gleichzeitig die öffentliche Gesundheit zu fördern.
Sollten die Vorschläge umgesetzt werden, würden Tabak, Alkohol und zuckerhaltige Getränke in Deutschland teurer werden. Die Steuererhöhungen könnten die Raucherquote senken und zusätzliche Mittel für das Gesundheitssystem generieren. Geplant ist zudem eine Senkung der Mehrwertsteuer auf essenzielle medizinische Produkte – eine Maßnahme, die jährlich Milliarden einsparen könnte.






