Gewalttätiger Angriff auf Zugführer nach illegalem Gleisbefahren in Plochingen
Friedrich-Wilhelm WerneckeGewalttätiger Angriff auf Zugführer nach illegalem Gleisbefahren in Plochingen
Ein 35-jähriger Mann wurde am späten Montagabend am Bahnhof Plochingen festgenommen, nachdem er einen Zugführer angegriffen hatte. Der Verdächtige, ein Staatsbürger aus Gambia, war illegal über die Gleise gelaufen, um einen abfahrenden Zug zu besteigen, und wurde anschließend gewalttätig. Die Polizei hat inzwischen Ermittlungen wegen des Vorfalls eingeleitet.
Die Auseinandersetzung begann kurz nach 22:36 Uhr am 27. Mai 2025. Der Mann, dem die Mitfahrt verweigert worden war, weigerte sich, den Zug zu verlassen, überquerte stattdessen die Gleise und zwang sich gewaltsam Zutritt. An Bord beschimpfte er zunächst einen 36-jährigen Zugbegleiter, bevor er den 34-jährigen tunesischen Lokführer körperlich angriff.
Bundespolizisten griffen schnell ein und nahmen den Verdächtigen wegen des Verdachts der Körperverletzung fest. Die Behörden warnen seit Langem vor den Gefahren des unbefugten Betretens von Bahnanlagen. Züge nähern sich oft geräuschlos und benötigen selbst in Notfällen Hunderte von Metern zum Stoppen. Zudem wird die Sogwirkung fahrender Züge häufig unterschätzt, obwohl sie ein ernstes Risiko darstellt.
Dieser Angriff reiht sich in eine besorgniserregende Zunahme von Gewalt gegen Bahnmitarbeiter ein. Allein in den vergangenen zwei Jahren (2024–2025) registrierte die Bundespolizei bundesweit 1.247 ähnliche Vorfälle, viele davon in Verbindung mit unbefugtem Gleisbefahren.
Der Verdächtige bleibt bis auf Weiteres in Untersuchungshaft. Die Bundespolizei betont erneut die lebensbedrohlichen Gefahren, die vom Betreten von Gleisbereichen ohne Erlaubnis ausgehen. Züge können nicht abrupt bremsen, und das Risiko schwerer Verletzungen oder tödlicher Unfälle ist für alle, die sich auf oder in der Nähe der Schienen aufhalten, extrem hoch.






