Gorleben: Zwischenlager für Atommüll soll bis 2054 weiterlaufen
Zwischenlager Gorleben: Lagerung hochradioaktiver Abfälle soll um 20 Jahre verlängert werden
Das deutsche Zwischenlager für hochradioaktive Abfälle in Gorleben muss deutlich länger in Betrieb bleiben als ursprünglich geplant. Die aktuelle Genehmigung läuft 2034 nach 40 Jahren aus. Die BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung hat nun beim Bundesamt für kerntechnische Entsorgung einen Antrag auf Verlängerung um weitere 20 Jahre nach dem Atomgesetz gestellt.
Im Lager befinden sich derzeit 113 CASTOR-Behälter mit abgebrannten Brennelementen und Wiederaufarbeitungsabfällen. Die oberirdische Lagerhalle weist im Vergleich zu neueren Standorten dünnere Wände und Decken auf: Die Mauern sind nur 50 Zentimeter dick, die Dachplatte misst lediglich 20 Zentimeter.
Laut BGZ rechtfertigen regelmäßige Sicherheitsüberprüfungen alle zehn Jahre die Verlängerung. Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) wird das Genehmigungsverfahren begleiten.
Da die Suche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle verzögert wird, müssen Zwischenlager wie Gorleben weit über das ursprüngliche Zieljahr 2031 hinaus betrieben werden. Die Bürgerinitiative (BI) Lüneburg-Dannenberg warnt vor langfristigen Sicherheitsrisiken und dem baulichen Zustand der Gebäude. Aktivist:innen äußern zudem massive Bedenken gegen die geplante 20-jährige Verlängerung.
Das Genehmigungsverfahren für die Fristverlängerung läuft bereits. Bei einer Bewilligung würde Gorleben hochradioaktive Abfälle mindestens bis 2054 lagern. Die Entscheidung hängt von laufenden Sicherheitsbewertungen und behördlicher Aufsicht ab.
