Hamburger Jugendhilfe-VKJH droht das Aus durch Finanzierungslücken
Friedrich-Wilhelm WerneckeHamburger Jugendhilfe-VKJH droht das Aus durch Finanzierungslücken
Hamburger Jugendhilfeverband VKJH droht wegen unsicherer Finanzierung die Schließung
Der Hamburger Verband für Kinder- und Jugendhilfe (VKJH) steht vor dem Aus – Grund sind instabile Finanzierungszusagen. Die Organisation betreibt derzeit 17 Einrichtungen und 27 Projekte, scheitert jedoch an der Deckung grundlegender Verwaltungskosten. Ohne zusätzliche Unterstützung bleibt ihre Zukunft ungewiss.
Allein für die Finanzierung einer Geschäftsführung und einer administrativen Stelle fehlen dem VKJH jährlich 120.000 Euro. Aktuell beschäftigt der Verband nur 2,5 Vollzeitkräfte für Fachberatung und Projektmanagement. Zudem droht die Stadt Hamburg, die Ombudsstelle OHA! zu schließen, die der VKJH seit 2017 führt und die jährlich rund 300 Beratungen durchführt.
Die Schulbehörde räumt zwar die Finanzierungslücke ein, verweist jedoch darauf, dass die Verantwortung für die Einrichtungen bei den Bezirken liege. Geplant ist zudem, die Jugendombudsstelle mit einer neuen Kita-Ombudsstelle zusammenzulegen – was eine Neuausschreibung erfordern würde. Dieser Schritt stößt beim Bundesnetzwerk Ombudschaft in der Kinder- und Jugendhilfe (BNO) auf Kritik. Das Netzwerk hinterfragt die Rechtmäßigkeit der Entscheidung und warnt vor den Risiken einer erneuten Vergabe des Vertrags.
Falls bis Ende Juni keine Lösung gefunden wird, prüft der VKJH die Übertragung seiner Einrichtungen und Projekte an die Bezirke. Das Überleben des Verbandes hängt nun davon ab, ob zusätzliche Mittel bewilligt oder die Politik ihre Haltung ändert. Ohne Eingreifen könnte die OHA!-Stelle geschlossen und die Angebote des VKJH von den Bezirksämtern übernommen werden. Die Haltung der Schulbehörde und der anhaltende Streit um die Ausschreibung verschärfen die Unsicherheit weiter.
