"Helden" feiert Uraufführung: Jugendtheater rechnet mit Kapitalismus und Klischees ab
Mustafa Tröst"Helden" feiert Uraufführung: Jugendtheater rechnet mit Kapitalismus und Klischees ab
Das freie Theaterkollektiv Active Player NK hat im Jugendclub des Heimathafen Neukölln die Uraufführung seines neuesten Stücks „Helden“ gefeiert. Die Produktion setzt sich mit den Themen Heldentum, Mut und den Herausforderungen des modernen Lebens auseinander – und liefert dabei scharfe Gesellschaftskritik, darunter eine Abrechnung mit dem Kapitalismus.
Das Stück wurde vollständig vom Jugendensemble selbst geschrieben und aufgeführt. In prägnanten Szenen hinterfragen die Figuren traditionelle Vorstellungen: So weigert sich etwa die Protagonistin Ronnie, Schuldgefühle dafür zu entwickeln, sexuelle Gewalt überlebt zu haben. Eine andere Figur, Sophie, variiert eine gängige Frage und fragt nicht „Wer ist dein Held?“ sondern „Wer ist deine Heldin?“
Mohammed Amin, eine Art Superheld der Handlung, verlangt für seine Rettungsmission 500 Euro – eine Szene, die die prekären finanziellen Verhältnisse vieler Künstler:innen auf die Spitze treibt. Die Kampfchoreografie und Tanzeinlagen stammen von Lujain Mustafa, während Mohammad Eliraqui die Regieübernahme verantwortete.
Der Jugendclub des Heimathafen Neukölln fördert junge Talente mit kostenlosen Schauspielworkshops für 12- bis 26-Jährige. Eine Bewerbung ist nicht nötig – die Plätze werden per Losverfahren vergeben. Eliraqui, der Active Player NK seit 2022 leitet, beschreibt die Mission der Gruppe als einen Aufruf zu Authentizität und Ehrlichkeit auf der Bühne.
Das Publikum reagierte begeistert auf „Helden“ und feierte die jungen Darsteller:innen mit stehenden Ovationen. Ihre Kreativität und ihr Mut hinterließen einen bleibenden Eindruck. Die Mischung aus philosophischen Fragen und gesellschaftlicher Kritik traf bei den Zuschauer:innen auf große Resonanz.






