Initiative "Fellwechsel" macht Wildtierfelle zu Pelzprodukten – Tierschützer protestieren
Corinna SchinkeInitiative "Fellwechsel" macht Wildtierfelle zu Pelzprodukten – Tierschützer protestieren
Neue Initiative "Fellwechsel" startet: Wildtierfelle aus deutscher Jagd zu Marktprodukten verarbeitet
In Rastatt hat die bundesweite Initiative Fellwechsel ihre Arbeit aufgenommen, um Felle von Wildtieren aus der deutschen Jagd zu vermarktungsfähigen Pelzprodukten zu verarbeiten. Das Projekt will Füchse, Marder, Waschbären und andere gejagte Arten in handfelsfähige Waren wie Kissenbezüge, Pelzkragen oder Jackenfutter verwandeln. Unterstützt wird das Vorhaben von großen Jagdverbänden, doch Tierschützer üben scharfe Kritik.
In der speziell eingerichteten Fellwechsel-Abdeckerei in Rastatt sollen täglich rund 100 Tiere verarbeitet werden. Die Felle werden an Gerbereien und Kürschner geliefert, die daraus unter anderem Polster, Besätze und Innenfutter herstellen. Um rentabel zu arbeiten, plant das Unternehmen, jährlich zwischen 7.000 und 10.000 Felle zu verarbeiten.
Hinter dem Projekt stehen der Deutsche Jagdverband (DJV) und der Landesjagdverband Baden-Württemberg. Geschäftsführer Frederik Daniels bestätigte, dass die vorläufige Betriebsgenehmigung erteilt wurde; die Arbeiten sollen bereits nächste Woche beginnen. Parallel kündigte der Outdoor-Ausrüster Blaser Jagdwaffen GmbH an, noch in diesem Herbst drei Jackenmodelle auf den Markt zu bringen, deren Pelzanteile aus Rastatt stammen.
Widerstand kommt vom Deutschen Tierschutzbund, der das sogenannte "Öko-Pelz"-Argument als reines Greenwashing entlarvt. Die Tierschützer betonen, dass die Tiere für die Felle sterben müssen – unabhängig von Nachhaltigkeitsversprechen.
Ab der kommenden Woche werden in Rastatt Felle von Füchsen, Steinmardern, Baummardern, Waschbären, Bisamratten und Nutrias verarbeitet. Während die Befürworter die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen hervorheben, bleiben Kritiker bei ihrer Haltung: Die kommerzielle Pelzverwertung sei ethisch nicht vertretbar. Ob sich das Projekt durchsetzt, hängt nun von der Marktnachfrage und den weiteren behördlichen Auflagen ab.






