02 May 2026, 12:31

Kinder erobern die Bühne: Ein musikalischer Staatsstreich in Rheinsberg

Kinder auf der Bühne mit Musikinstrumenten, eine Frau mit Mikrofon und Pflanzen auf der rechten Seite.

Kinder erobern die Bühne: Ein musikalischer Staatsstreich in Rheinsberg

Ein mutiges neues Musiktheaterprojekt hat im Schloss Rheinsberg Gestalt angenommen. Unter dem Titel „Kings and Queens – Ein musikalischer Staatsstreich“ entstand die Aufführung während einer intensiven Probenwoche mit 32 Kindern aus ländlichen Schulen. Die Show verbindet zeitgenössische Musik, eindrucksvolle Bilderwelten und die Energie junger Darsteller zwischen 11 und 16 Jahren.

Das Projekt „Musiktheater 360°“, ursprünglich eine Idee des Ensemble Quillo, das sich der Vermittlung zeitgenössischer Musik in ländlichen Regionen widmet, wurde diesmal von der Akademie für Musik Rheinsberg geleitet. Beteiligt waren Kinder mit besonderem Förderbedarf. Lehrkräfte, die den Prozess begleiteten, berichteten, wie die Arbeit ihnen neue Perspektiven auf ihre Schüler eröffnete – den jungen Teilnehmenden zeigte, dass sie nicht „falsch“ sind, und ihnen eine Stimme gab, um Regeln mitzugestalten.

Auf der Bühne schwenken sechs Mädchen selbst bemalte Stäbe, „Regenmacher“ genannt, die mit Kieselsteinen gefüllt sind und beim Bewegen rhythmische Klänge erzeugen. Die Aufführung oszilliert zwischen verspielt-surrealen Momenten, darunter eine düstere, traumhafte Sequenz, in der ein entenartiges Wesen mit schwarzen Schwingen und Schnabelmaske ein Mädchen verfolgt und verschlingt. Später betritt eine fiktive Nachrichtensprecherin namens „Ente Kross“ – eine spielerische Anspielung auf die Tagesschau – die Bühne und fordert das Publikum auf, eine Nummer mit den Endziffern 6 und 7 anzurufen.

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Den Höhepunkt bildet ein ausgelassenes Fest, bei dem die jungen Darsteller selbstbewusst über die Bühne tanzen. Zwei Teilnehmerinnen, Fieby und Helene von der Clara-Zetkin-Schule, präsentieren dabei ihre skurrilen Pläne für die Herrschaft über ihre Stadt: Eis für alle – umsonst – und Koalas, die durch die Straßen streifen. Die partizipative Natur zeitgenössischer Musik wird hier deutlich, denn von Anfang an ist das Publikum Teil des Erlebnisses.

Das Projekt hat Kindern aus ländlichen Schulen eine Plattform gegeben, sich kreativ auszudrücken. Durch Musik, Bewegung und Erzählungen zeigt „Musiktheater 360°“, wie zeitgenössische Bühnenkunst junge Menschen auf unerwartete Weise begeistern kann. Die Abschlussvorstellung hinterließ bei Mitwirkenden und Zuschauern gleichermaßen ein Gefühl geteilter Begeisterung und gemeinsamer Leistung.

Quelle