Kriminalität in Baden-Württemberg 2023: Messerangriffe und Gewalt erreichen Rekordwerte
Nuray PlathKriminalität in Baden-Württemberg 2023: Messerangriffe und Gewalt erreichen Rekordwerte
Kriminalität in Baden-Württemberg stieg 2023 an – fast 595.000 Straftaten registriert
In Baden-Württemberg ist die Kriminalität im Jahr 2023 gestiegen: Fast 595.000 Straftaten wurden erfasst – ein Anstieg um 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Daten, die die Pandemiejahre ausklammern, zeigen in vielen Kategorien eine Rückkehr auf das Niveau vor 2020. Allerdings erreichten bestimmte Delikte, darunter Messerangriffe und Gewalttaten im öffentlichen Raum, besorgniserregende Höchststände.
Die Gesamtaufklärungsquote verbesserte sich leicht: Die Polizei löste 61,2 Prozent der Fälle auf, was einem Anstieg um 1,4 Prozentpunkte gegenüber 2022 entspricht.
Messerangriffe und Gewalt im öffentlichen Raum auf Rekordniveau Messerangriffe in öffentlichen Räumen stiegen 2023 um 13,5 Prozent auf 1.295 Fälle. Über 70 Prozent dieser Vorfälle konnten von den Behörden aufgeklärt werden. Der Trend setzte sich 2024 fort: Bisher wurden 3.129 Angriffe registriert – fast identisch mit dem Vorjahreswert. Regionale Zahlen, etwa aus Karlsruhe und Reutlingen, zeigen kaum Schwankungen und deuten auf ein stabiles Muster hin.
Auch Gewaltdelikte in öffentlichen Bereichen nahmen um 9 Prozent zu und erreichten mit rund 29.000 Fällen einen Zehnjahreshöchststand. Fast 44 Prozent aller Straftaten – ohne migrationsbezogene Delikte – ereigneten sich im öffentlichen Raum, was etwa 244.000 Vorfällen entspricht.
Ladendiebstahl und Spritklau nehmen zu Deutlich angestiegen sind ebenfalls Ladendiebstähle und Treibstoffdiebstähle: 47.052 Fälle von Ladendiebstahl wurden verzeichnet, während das "Tanken ohne zu zahlen" auf 10.625 Vorfälle kletterte. Gleichzeitig stiegen Verstöße gegen das Aufenthaltsrecht um fast zwei Drittel und erreichten mit über 36.000 Fällen einen neuen Rekord.
Die Kriminalitätsbelastung im Land lag bei 4.952 Straftaten pro 100.000 Einwohner und entsprach damit dem Niveau vor der Pandemie. Auch die Zahl der tatverdächtigen Jugendlichen stieg um 8 Prozent auf rund 52.700 Personen. Die allgemeine Kriminalität – ohne migrationsrechtliche Verstöße – belief sich auf etwa 559.000 Fälle und bewegte sich damit auf dem Stand von vor 2020.
Gemischtes Fazit: Höhere Aufklärungsquote, aber besorgniserregende Spitzenwerte Die Kriminalstatistik 2023 für Baden-Württemberg zeigt ein zwiespältiges Bild: Zwar erreichten die Gesamtfallzahlen wieder das Vor-Pandemie-Niveau, doch bestimmte Delikte wie Messerangriffe und Gewalttaten im öffentlichen Raum verzeichneten Zehnjahreshöchststände. Die Behörden konnten zwar einen größeren Anteil der Fälle aufklären, doch bleiben Herausforderungen bei der Bekämpfung von Diebstahl und migrationsbezogenen Verstößen bestehen.






