Landtagswahl 2026: Grünen und CDU in Baden-Württemberg Kopf an Kopf – AfD auf Platz drei
Friedrich-Wilhelm WerneckeLandtagswahl 2026: Grünen und CDU in Baden-Württemberg Kopf an Kopf – AfD auf Platz drei
Die Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg hat die politische Landschaft neu geordnet: Die Grünen und die CDU liegen fast gleichauf an der Spitze. Beide Parteien errangen jeweils 56 Sitze, während die rechtspopulistische AfD mit 18,8 Prozent der Stimmen auf den dritten Platz vorrückte. Unterdessen setzt sich der Bauernverband (BLHV) für die Wiederernennung von Agrarminister Peter Hauk ein und verweist dabei auf dessen Erfahrung und politische Bilanz.
Die Grünen erreichten 30,2 Prozent der Stimmen, die CDU 29,7 Prozent – ein Ergebnis, das auf eine Fortsetzung ihrer Koalition hindeutet. Bundesagrarminister Cem Özdemirs grüne Bundespolitik war von Hauk während der Bauernproteste 2023/24 scharf kritisiert worden, doch Hauk verteidigte sein Direktmandat im Wahlkreis Neckar-Odenwald mit 39,5 Prozent der Erststimmen.
Seit Hauks Amtsantritt als Agrarminister im Jahr 2010 hat Baden-Württembergs Landwirtschaft den Ausbau erneuerbarer Energien vorangetrieben. Programme wie BWenergie (2012) und Fördermittel für Biogasanlagen steigerten die Anzahl der Anlagen von 50 auf über 300 bis 2025. Das 2023 verabschiedete Landnutzungsgesetz ermöglichte zudem die Ansiedlung von Solarparks auf Ackerflächen und erhöhte so den Anteil erneuerbarer Energien in der Landwirtschaft auf 25 Prozent bis 2025.
BLHV-Präsident Bernhard Bolkart betonte, wie wichtig ein erfahrener Minister wie Hauk für die Bereiche Landwirtschaft, Naturschutz und Biodiversitätspolitik sei. Er lehnte politische Grabenkämpfe ab und forderte eine engere Abstimmung zwischen diesen Politikfeldern. Der Landesbauernverband (LBV) unterstützte diese Position und sprach sich für ein stärkeres Agrarressort aus. LBV-Geschäftsführer Marco Eberle nannte als zentrale Prioritäten: Bürokratieabbau, Planungssicherheit für Investitionen und die Verbesserung der Wettbewerbsbedingungen für Landwirte.
Angesichts des Wahlergebnisses gilt eine grün-schwarze Koalition als wahrscheinlichste Option, wobei die Bauernverbände auf Hauks Wiederernennung drängen. Seine Politik hat den Ausbau erneuerbarer Energien in der Landwirtschaft gefördert, während die Branche nun nach Stabilität und weniger Regulierungsaufwand strebt. Die Zugewinne der AfD und das historische Tief der SPD mit 5,5 Prozent erschweren zusätzlich die Regierungsbildung.