Leipzig startet Deutschlands größte Solarwärmeanlage für klimaneutrale Wärmeversorgung
Friedrich-Wilhelm WerneckeLeipzig startet Deutschlands größte Solarwärmeanlage für klimaneutrale Wärmeversorgung
Leipzigs größtes Solarwärmekraftwerk geht in Betrieb
In Leipzig hat Deutschlands größte solarthermische Anlage den Betrieb aufgenommen. Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter schaltete die Anlage offiziell ans Netz. Das Projekt ist ein zentraler Baustein der Stadtstrategie zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen im Wärmesektor.
Das Solarthermie-Feld West erstreckt sich über 14 Hektar und nutzt 13.200 Vakuumröhrenkollektoren des Herstellers Ritter. Die Spitzenleistung beträgt 41 Megawatt. Intelligente Steuerungssysteme passen die Wasserdurchflussgeschwindigkeit dynamisch an die Sonneneinstrahlung an, um die Effizienz zu maximieren.
Die Anlage deckt im Sommer etwa ein Fünftel des Leipziger Wärmebedarfs, im Winter jedoch nur einen kleinen Teil. Solarthermie wandelt Sonnenlicht mit bis zu 75 Prozent Wirkungsgrad in nutzbare Wärme um – und ist damit dreimal effizienter als Photovoltaik für diesen Zweck.
Doch die Solarwärme-Kapazitäten in Deutschland sind in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Die neu installierte Leistung sank von knapp 500 Megawatt im Jahr 2022 auf 263 Megawatt 2023 und weiter auf 154 Megawatt 2024. Leipzigs neue Anlage wird nun zum Flaggschiff der städtischen Wärmeeinwende, flankiert von weiteren grünen Projekten wie einer „Power-to-Heat“-Anlage und der Abwärmenutzung aus dem Chemiestandort Leuna.
Das Kraftwerk unterstreicht Leipzigs Bestreben, fossile Brennstoffe in der Wärmeversorgung zu ersetzen. Es zeigt das Potenzial der Solarthermie auf – trotz des bundesweiten Rückgangs bei Neubauten. Die Stadt setzt auf den Ausbau klimaneutraler Lösungen, um ihre gesetzlichen Klimaziele zu erreichen.






