Lieferkettengesetz: Warum SAPs Compliance-Lösungen für Unternehmen teuer werden
Mustafa TröstLieferkettengesetz: Warum SAPs Compliance-Lösungen für Unternehmen teuer werden
Deutschlands Lieferketten-Sorgfaltspflichtengesetz (LkSG) trat im Januar 2023 in Kraft. Zunächst betrifft das Gesetz Unternehmen mit mehr als 3.000 Beschäftigten, ab 2024 wird es jedoch auf Firmen mit mindestens 1.000 Mitarbeitenden ausgeweitet. Für Unternehmen gelten nun strengere Vorgaben zum Risikomanagement und zur Berichterstattung in ihren Lieferketten.
Das LkSG verlangt von Unternehmen die Einrichtung von Risikomanagementsystemen sowie regelmäßige Risikoanalysen gemäß den Paragrafen 4 und 5. Bei Verstößen drohen empfindliche Bußgelder, was viele Firmen dazu veranlasst, konforme Lösungen in ihre ERP-Systeme zu integrieren.
SAP reagierte darauf, indem es Kunden auf bestehende Tools wie SAP Ariba Risk Management für die LkSG-Compliance verweist. Anders als bei der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) 2018 sind diese Lösungen jedoch nicht kostenfrei nutzbar. Damals hatte SAP das SAP Information Lifecycle Management (ILM) ohne zusätzliche Gebühren angeboten, um Unternehmen bei der Einhaltung der Datenschutzbestimmungen zu unterstützen.
Die deutschsprachige SAP-Anwendervereinigung (DSAG) kritisiert diesen Kurswechsel scharf und argumentiert, dass Unternehmen nicht extra für Tools zahlen sollten, die zur Erfüllung grundlegender gesetzlicher Anforderungen notwendig sind. SAP hingegen betont, dass die LkSG-Berichtspflichten für Bestandskunden kostenneutral erfüllt werden können – durch die Kombination von SAP Ariba Supplier Risk mit dem SAP Business Network.
Unternehmen müssen nun sicherstellen, dass ihre Systeme den LkSG-Anforderungen entsprechen, um Sanktionen zu vermeiden. SAPs Lösungen bieten zwar einen Weg zur Compliance, doch die Notwendigkeit zusätzlicher Lizenzen hat eine Debatte ausgelöst. Mit der Ausweitung des Gesetzes 2024 werden noch mehr Unternehmen in den Geltungsbereich fallen.






