Matthias Hundt zieht Rücktritt zurück – trotz Insolvenzvorwürfe und Ermittlungen
Corinna SchinkeMatthias Hundt zieht Rücktritt zurück – trotz Insolvenzvorwürfe und Ermittlungen
Berliner Staatssekretär für Digitalisierung, Matthias Hundt, hat seinen Rücktritt widerrufen. Die Kehrtwende erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem er wegen der Insolvenz seines ehemaligen Unternehmens und eines laufenden Strafverfahrens unter Druck gerät. Zudem prüfen die Behörden ausstehende Rentenbeiträge, die mit der Firma in Verbindung stehen.
Hundt hatte zunächst seinen Rücktritt angeboten, diesen jedoch nach Kritik an medialen Spekulationen wieder zurückgezogen. Er wies jede Schuld von sich und erklärte, die gegen ihn erhobenen Vorwürfe seien haltlos. Seine Anwälte argumentieren, er habe mit dem Zusammenbruch der Humboldt Capture Germany GmbH nichts zu tun, da er nie Gesellschafter gewesen sei.
Die Staatsanwaltschaft Dresden ermittelt gegen Hundt wegen seiner Rolle bei der Insolvenz seines eigenen Unternehmens, der SDC Sachsen Digital Consulting GmbH. Unabhängig davon hat die Deutsche Rentenversicherung eine Prüfung eingeleitet, um zu klären, ob das Unternehmen fällige Beiträge vorenthalten hat. Unterdessen treibt der Berliner Senat das Verfahren zu Hundts Entlassung voran; eine endgültige Entscheidung wird für Dienstag erwartet.
Trotz der Kontroverse hat Hundt weiterhin Anspruch auf eine Abfindung in Höhe von etwa 72.000 Euro – was sechs Monatsgehältern entspricht. Das Entlassungsverfahren des Senats steht kurz vor dem Abschluss. Hundt bestreitet weiterhin jegliches Fehlverhalten, während die Ermittlungen zu den Finanzangelegenheiten seines Unternehmens andauern. Falls er entlassen wird, würde er mit einer beträchtlichen Abfindung aus dem Amt scheiden.






