Mummelsee-König sucht Nachfolger: Wird der Enkel die Legende retten?
Friedrich-Wilhelm WerneckeMummelsee-König sucht Nachfolger: Wird der Enkel die Legende retten?
Drei Jahrzehnte lang hat Hermann Müller die Legende vom Mummelsee-König zum Leben erweckt. Mit einem Kostüm aus Seegras und auf meterhohen Stelzen schlüpfte der 70-Jährige in die Rolle, erschreckte Erwachsene und verteilte Süßigkeiten an Kinder. Nun, zwei Jahre nach seiner angekündigten Pensionierung, zieht sein Enkel Ben in Erwägung, die Tradition fortzuführen.
Der Mummelsee im Schwarzwald ist seit jeher von Mystik umgeben. Lokale Sagen erzählen von schönen Nymphen, winzigen Mummleins und einem Kristallpalast, der sich unter der Wasseroberfläche verbirgt. Eine der bekanntesten Legenden warnt davor, Steine in den See zu werfen – sonst braue sich ein heftiger Sturm zusammen. Eine Geschichte, die Hermann Müller 30 Jahre lang am Leben erhalten hat.
Als Mummelsee-König trug Müller ein auffälliges Kostüm: einen Mantel aus Seegras, einen Dreizack, eine Krone und riesige Stelzen, geformt wie die Schuhe des Königs. Mit den Jahren wurde das Laufen auf Stelzen beschwerlicher, doch die Freude an der Rolle blieb – Erwachsene zu erschrecken und an sonnigen Tagen Kinder mit Süßigkeiten zu belohnen.
Vor zwei Jahren kündigte Müller seinen Rückzug an, doch ein Nachfolger blieb aus. Nun überlegt sein Enkel Ben, die Tradition zu übernehmen. Die Rolle bewahrt nicht nur die Folklore, sondern lockt auch Besucher – besonders Familien – an den See.
Die Zukunft des Mummelsee-Königs ist noch ungewiss, doch Bens Interesse macht Hoffnung. Sollte er die Nachfolge antreten, werden die Legenden des Sees – von Nymphen bis zu Stürmen – auch für die nächste Generation weiterleben. Bis dahin warten Kostüm, Stelzen und Süßigkeiten auf ihren nächsten Hüter.






