25 April 2026, 12:49

Neue Datenschutzregel gefährdet langfristige Wirtschaftsforschung in Deutschland

Ein Dashboard mit einem Balkendiagramm und einem Kreisdiagramm, das die Anzahl der Besucher in Deutschland zeigt, begleitet von Text und numerischen Daten.

Neue Datenschutzregel gefährdet langfristige Wirtschaftsforschung in Deutschland

Eine geplante Änderung des Bundesstatistikgesetzes könnte bald begrenzen, wie lange die Regierung Unternehmensdaten speichert. Die Novelle würde das Statistische Bundesamt (Destatis) zwingen, Unternehmensidentifikationsnummern nach einem Jahrzehnt zu löschen. Kritiker warnen, dass dieser Schritt die langfristige Wirtschafts­forschung schwer beeinträchtigen würde.

Der Deutsche Bundestag prüft derzeit eine Reform des Bundesstatistikgesetzes (BStatG). Sollte das Gesetz verabschiedet werden, müsste Destatis Firmenkennzeichen nach zehn Jahren unwiderruflich löschen. Diese Kennzeichen, die im Rahmen des AFiD-Projekts genutzt werden, ermöglichen es Forschenden, dieselben Unternehmen über mehrere Erhebungen hinweg langfristig zu verfolgen.

Theresia Bauer, Wissenschafts-, Forschungs- und Kunstministerin von Baden-Württemberg, hat sich öffentlich gegen den Vorschlag ausgesprochen. Sie rief die Abgeordneten auf, die Einschränkung abzulehnen und stattdessen die Qualität und Zugänglichkeit amtlicher Statistiken zu verbessern. Auch der Verein für Socialpolitik, der 4.000 Wirtschaftswissenschaftler vertritt, lehnte den Plan in einem offenen Brief ab.

Befürworter des bisherigen Systems betonen, dass Destatis Firmen­daten bereits durch strenge Anonymisierung und sichere Forschungs­umgebungen schützt. Die Löschung der Identifikationsnummern würde die Kontinuität in Studien unterbrechen, die auf die langfristige Beobachtung von Unternehmen angewiesen sind – und erschwere so die Analyse wirtschaftlicher Trends.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Das geplante Gesetz würde Forschenden den Zugang zu langfristigen Unternehmensdaten versperren. Ohne diese Aufzeichnungen könnten Studien zu Unternehmenswachstum, Produktivität und Marktveränderungen erhebliche Rückschläge erleiden. Nun liegt die Entscheidung bei den Abgeordneten, die Datenschutz­belange gegen die Bedürfnisse der Wirtschafts­forschung abwägen müssen.

Quelle