NKR fordert radikale Vereinfachung der Baustandards gegen Wohnungsmangel und Kostenexplosion
Friedrich-Wilhelm WerneckeNKR fordert radikale Vereinfachung der Baustandards gegen Wohnungsmangel und Kostenexplosion
Deutschlands Nationaler Normenkontrollrat (NKR) drängt auf vereinfachte Baustandards, um die steigenden Baukosten und den Wohnungsmangel zu bekämpfen. Die Initiative kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Bundesministerien die Pläne für ein neues Gebäudetyp-E-Gesetz vorstellen, das den Wohnungsbau beschleunigen soll.
Der NKR schlägt vor, auf DIN-zertifizierte Verfahren zu verzichten, da übermäßig strenge technische Vorschriften die Kosten in die Höhe treiben. Stattdessen wird ein dreistufiges System für Baustandards vorgeschlagen: Grundstandard, Mittelklasse oder Premium. Nach diesem Modell würde automatisch der „Grundausführungsstandard“ gelten, sofern Bauherren sich nicht für höhere Qualitätsanforderungen entscheiden.
NKR-Präsident Lutz Goebel betonte, dass alle Bauvorschriften überprüft werden müssten, um sicherzustellen, dass nur unverzichtbare Sicherheits- und Gesundheitsauflagen erhalten bleiben. Der Rat strebt an, die Bundesregierung bei der Ausgestaltung der anstehenden Gesetzgebung zu beraten.
Unterdessen haben die Bundesministerinnen Verena Hubertz und Stefanie Hubig bereits zentrale Details des Gebäudetyp-E-Vertrags bekannt gegeben. Das Bundesjustizministerium wird voraussichtlich in den kommenden Monaten einen Gesetzentwurf vorlegen – ein weiterer Schritt zur Reform der Bauvorschriften.
Die geplanten Änderungen könnten die Baukosten senken, indem technische Anforderungen reduziert werden. Falls umgesetzt, würden die neuen Standards Bauherren mehr Flexibilität bieten, während grundlegende Schutzvorschriften erhalten bleiben. Der Entwurf des Justizministeriums wird zeigen, wie es mit den Plänen weitergeht.






