07 May 2026, 10:27

NRW-Polizei rüstet sich mit OSINT-Offensive gegen digitale Bedrohungen

FBI Ten Most Wanted Fugitive Eric Robert Rudolph poster with three photos of different individuals and black background.

NRW-Polizei rüstet sich mit OSINT-Offensive gegen digitale Bedrohungen

Nordrhein-Westfalens Polizei baut ihre Online-Aufklärung mit großem OSINT-Schub aus

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen stärkt ihre Fähigkeiten im Bereich der Open-Source-Intelligence (OSINT) mit einer umfassenden Offensive. Ziel der Initiative ist es, die Ermittlungsbehörden besser gegen digitale Bedrohungen zu wappnen und ihre Reaktionsfähigkeit zu verbessern. Ein im September 2024 gestartetes Projekt hat die spezialisierten Teams im gesamten Bundesland bereits ausgebaut.

Federführend ist das Landeskriminalamt (LKA) in Düsseldorf, wo Fabian Coenen die Abteilung 22.2 leitet. Sein Team, das ursprünglich nur aus zwei Personen bestand, umfasst mittlerweile 16 Expertinnen und Experten – darunter IT-Spezialisten, Soziologen und Politikwissenschaftler –, die sich auf politisch motivierte Kriminalität konzentrieren. Seit Herbst 2024 verstärkt die 28-jährige Laura Ellrich das Team mit zusätzlichem OSINT-Know-how.

Der Ausbau ist Teil des Projekts „Digitale Streife“, im Rahmen dessen im frühen September zehn weitere Beamte eingestellt wurden. Sechs davon kamen zu Coenens Einheit, während fast 100 weitere auf sechs Staatsschutz-Dienststellen im Land verteilt wurden. Diese Einheiten, darunter eine unter der Leitung von Swen Schubert in Köln, sind für zeitkritische Einsätze zuständig, die mit schnell eskalierenden politischen Ereignissen und nationalen Sicherheitsrisiken zusammenhängen. Schubert allein führt ein 18-köpfiges Team mit Mitgliedern zwischen 25 und 52 Jahren.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Ausbildung. Am Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) in Neuss schult Ausbilder Marc Restemeyer Beamte darin, wie sie aus öffentlich zugänglichen Quellen wie sozialen Medien gezielt Informationen gewinnen. Das Ziel: Die Polizei soll in einer zunehmend digitalisierten Welt handlungsfähig bleiben.

Die OSINT-Offensive markiert einen grundlegenden Wandel in der Bedrohungsanalyse der nordrhein-westfälischen Polizei. Mit erweiterten Teams, spezialisierten Schulungen und einem Fokus auf digitale Überwachung ist die Behörde nun besser gerüstet, um Online-Risiken zu bewältigen. Die Veränderungen spiegeln einen bundesweiten Trend wider, bei dem öffentlich verfügbare Daten eine immer wichtigere Rolle in Ermittlungen spielen.

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