23 May 2026, 16:31

Orange Bänke gegen Gewalt werden zum Ziel antifeministischer Angriffe

"Ich bin ein einsamer Krieger"

Orange Bänke gegen Gewalt werden zum Ziel antifeministischer Angriffe

Orangefarbene Bänke als Symbol gegen Gewalt – doch sie werden zunehmend zum Ziel antifeministischer Angriffe

In deutschen Städten sind orangefarbene Bänke aufgetaucht – Teil der UN-Kampagne Orange the World gegen geschlechtsspezifische Gewalt. Doch diese Zeichen der Solidarität geraten nun ins Visier einer wachsenden Welle antifeministischer Attacken. Berichte über Vandalenakte und feindselige Übergriffe häufen sich und offenbaren tiefere Konflikte um die Gleichstellungsarbeit.

Die Orange-the-World-Bänke, die auf das Thema aufmerksam machen sollen, wurden in Städten wie Osnabrück, Wiesbaden und Annweiler wiederholt beschädigt. Gleichzeitig gewinnt der Antifeminismus – eine organisierte Bewegung gegen Frauen- und queere Rechte – an Einfluss. Allein 2024 verzeichnete die Meldestelle Antifeminismus 558 Vorfälle, im Schnitt zehn Angriffe pro Woche.

Besonders betroffen sind Gleichstellungsbeauftragte: Rund 63 Prozent berichten von antifeministischer Feindseligkeit, 40 Prozent erlebten in den vergangenen zwei Jahren sogar mehrere Vorfälle. Eine Beauftragte aus Baden-Württemberg schilderte, wie rechtsextreme Aktivist:innen nach einem öffentlichen Statement vor ihrer Haustür auftauchten. Viele kämpfen zudem mit Kürzungen der Mittel, offenen Drohungen und mangelnder institutioneller Unterstützung.

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Als Reaktion trafen sich 70 Gleichstellungsbeauftragte in Lübeck, um Strategien auszutauschen und Netzwerke zu stärken. Sie forderten einen nationalen Aktionsplan gegen Antifeminismus und mehr politische Rückendeckung. Für viele in diesem Bereich ist das Überleben oft nur mit interner Solidarität und klaren Grenzen möglich.

Die Zerstörung der orangefarbenen Bänke steht exemplarisch für einen größeren Widerstand gegen Gleichstellungspolitik. Angesichts steigender Angriffe auf Beauftragte und ungleichmäßiger institutioneller Hilfe wächst der Druck auf eine abgestimmte Gegenwehr. Das Treffen in Lübeck war ein Schritt in Richtung gemeinsamer Lösungen – doch die Herausforderungen bleiben enorm.

Quelle