Pforzheimer Apotheken streiken: Protest gegen prekäre Finanzlage und Schließungswelle
Nuray PlathPforzheimer Apotheken streiken: Protest gegen prekäre Finanzlage und Schließungswelle
Rund 30 Apotheken in Pforzheim und im Enzkreis werden am 23. März 2026 im Rahmen eines Protests gegen die Finanzierungssituation geschlossen bleiben. Die Christoph-Apotheke muss jedoch aufgrund ihres Bereitschaftsdienstes geöffnet bleiben. Vor ihren Türen werden sich Kollegen solidarisierend versammeln, um auf die Notlage der Branche aufmerksam zu machen – allein im vergangenen Jahr mussten bundesweit 500 Apotheken endgültig schließen.
Die Kundgebung wird vom Landesapothekerverband Baden-Württemberg (LAV) organisiert. Christian Kraus, Vorsitzender der Pforzheimer Bezirksgruppe, ruft die Mitarbeiter auf, in Arbeitskleidung zu erscheinen und Plakate mitzubringen. Kraus räumte ein, dass es erheblichen Aufwand bedeutete, fast alle Apotheken zur Teilnahme zu bewegen. Die Protestierenden werden vor der Christoph-Apotheke einen symbolischen "Traueraltar" errichten, um der geschlossenen Betriebe zu gedenken.
Andreas Plommer, Inhaber der Christoph-Apotheke, unterstützt zwar die Aktion, hält aber einen vollständigen Streik aller Notdienst-Apotheken für ein stärkeres Signal. Er kritisiert, dass die Vergütung für Bereitschaftsdienste seit über 20 Jahren nicht erhöht wurde, was die Apotheken finanziell stark belastet. Um den Tag zu bewältigen, hat Plommer fünf Mitarbeiter für den Vormittag und vier für den Nachmittag eingeteilt.
Plommer argumentiert zudem, dass ein kompletter Ausfall der Notdienste die Krankenkassen gezwungen hätte, die zusätzliche Belastung der Krankenhäuser bei Apotheken-Schließungen anzuerkennen. Die konkreten Forderungen des LAV an Versicherer und Politiker werden in den aktuellen Berichten jedoch nicht genannt.
Ziel des Protests ist es, auf die prekäre finanzielle Situation der Apotheken in der Region hinzuweisen. Nach Hunderten von Schließungen allein 2025 hoffen die Organisatoren, mit der Demonstration längst überfällige Reformen der Finanzierung voranzutreiben. Die Christoph-Apotheke bleibt zwar regulär geöffnet, doch ihre Mitarbeiter werden sich draußen den Kollegen anschließen, um Solidarität mit der Sache zu zeigen.






