Schweinsteigers "afrikanischer Fußball"-Kommentar löst Rassismus-Debatte aus
Corinna SchinkeSchweinsteigers "afrikanischer Fußball"-Kommentar löst Rassismus-Debatte aus
Bastian Schweinsteiger ist für jüngste Äußerungen über den Spielstil der Elfenbeinküste in die Kritik geraten. Der ehemalige deutsche Mittelfeldspieler beschrieb deren Herangehensweise als „etwas afrikanischen Fußball, etwas unorthodox, etwas wild, vielleicht auch etwas weniger von Taktik geprägt“. Seine Bemerkungen lösten eine scharfe Reaktion von Nationaltrainer Emerse Faé aus.
Schweinsteiger relativierte später, seine Worte seien nicht als Beleidigung gemeint gewesen. Er betonte, sie hätten sich rein auf den Fußball bezogen und seien nicht gegen Einzelpersonen gerichtet. Faé hingegen bezeichnete die Aussagen als rassistisch und verteidigte die Leistungen seines Teams.
Unter Faés Führung gelang der Elfenbeinküste ein historischer 2:0-Sieg gegen Curaçao, der erstmals die Qualifikation für die K.-o.-Phase einer Weltmeisterschaft sicherte. Zuvor hatte Deutschland die Mannschaft in der Gruppenphase mit 2:1 geschlagen.
ARD-Programmdirektor Axel Balkausky stellte sich hinter Schweinsteiger und argumentierte, es handele sich um eine fachliche Einschätzung zum Fußball, nicht um eine rassistische Äußerung. Jürgen Klopp wirkte derweil sichtlich unbehaglich, als er zur Kontroverse befragt wurde, und brach das Interview abrupt ab.
Die Debatte um Schweinsteigers Aussagen hält an und wirft Fragen auf, wie Spielstile im Fußball beschrieben und gedeutet werden. Gleichzeitig markiert der Einzug der Elfenbeinküste in die K.-o.-Runde einen Meilenstein für das Team.
