20 April 2026, 12:27

Sexismus-Vorwürfe gegen Denis Scheck entfachen Literatur-Debatte in der ARD

Eine Buchseite mit einer Zeichnung eines verzweifelten Mannes mit Hut und Frau in Kleid, umgeben von Text und anderen Bildern.

Sexismus-Vorwürfe gegen Denis Scheck entfachen Literatur-Debatte in der ARD

Eine hitzige Debatte über Sexismus in der Literaturkritik ist entbrannt, nachdem Denis Scheck in der ARD-Sendung Druckfrisch mit scharfen Rezensionen für Aufsehen sorgte. Die Autorinnen Sophie Passmann und Ildikó von Kürthy kritisierten seine Äußerungen öffentlich als grausam und herabwürdigend. Der Sender verteidigte daraufhin sein Programm und betonte, dass geschlechtsspezifische Voreingenommenheit bei den Bewertungen keine Rolle spiele.

Ausgelöst wurde die Kontroverse, als Scheck Passmanns neuestes Buch als "Pegelstandsberichte aus den Untiefen eines trüben Bewusstseins" abtat. Passmann konterte, seine Kritik sei "nicht nur grausam, sondern vor allem sexistisch". Ebenso hart fiel sein Urteil über den Bestseller von Ildikó von Kürthy aus, den er als "Geklön aus dem Damentoilettenbereich einer Hochzeit" bezeichnete. Von Kürthy ging später in einem Essay für Die Zeit auf die Vorwürfe ein und hinterfragte Tonfall und Fairness seiner Herangehensweise.

Schecks Rezensionen sind oft von theatralischer Inszenierung geprägt: Bücher, die ihm missfallen, wandern mit dramatischem Schwung durch eine Rutsche in den Müll. Diese Methode sowie seine schneidende Sprache haben zunehmend Kritik hervorgerufen. Auch die Schriftstellerin Elke Heidenreich meldete sich zu Wort und verurteilte sowohl Schecks Stil als auch die ARD für die Ausstrahlung solcher Beiträge.

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Der Sender wies Vorwürfe der Frauenfeindlichkeit zurück und betonte in einer Stellungnahme, "das Geschlecht eines Autors spiele bei der literarischen Bewertung keine Rolle". Zudem hieß es, "in Druckfrisch habe Sexismus keinen Platz".

Der Streit zeigt die Spannungen zwischen schonungsloser Literaturkritik und dem Vorwurf geschlechtsspezifischer Befangenheit auf. Zwar bekräftigt die ARD mit ihrer Verteidigung von Druckfrisch ihre Haltung zur Neutralität, doch die öffentliche Empörung deutet darauf hin, dass die Debatte so schnell nicht verebben wird. Autor:innen und Kommentator:innen fragen weiterhin, ob Schecks Vorgehen Grenzen überschreitet.

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