Sondierungsgespräche in Stuttgart: CDU und Grüne starten mit angespannter Atmosphäre
Nuray PlathSondierungsgespräche in Stuttgart: CDU und Grüne starten mit angespannter Atmosphäre
In Stuttgart haben die Sondierungsgespräche zwischen CDU und Grünen begonnen – zwei Wochen nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg. Die Verhandlungen starteten in angespannter Atmosphäre: Beide Seiten trafen getrennt am Verhandlungsort ein. Zwar boten die Grünen Getränke und Brezeln an, doch die Stimmung blieb von Anfang an belastet.
Die CDU ging mit klaren Forderungen in die Gespräche: Sie beansprucht mehr Ministerien als die Grünen und die vollständige Umsetzung ihres Wahlprogramms. Vertreter der Partei warfen den Grünen zudem vor, im Wahlkampf eine gezielte Diffamierungskampagne gegen sie geführt zu haben. Innenminister Thomas Strobl unterschied dabei bewusst zwischen den von ihm so genannten "Kretschmann-Grünen" – in Anspielung auf die aktuelle grün geführte Landesregierung – und den "Özdemir-Grünen", die er als weniger verlässlich darstellte.
Noch vor Beginn der Gespräche geriet Strobl mit Journalisten aneinander, woraufhin Delegationsleiter Manuel Hagel eingreifen und ihn zurechtweisen musste. Hagel selbst wurde später im Netz mit Beleidigungen und drohenden Nachrichten überzogen. Die Behörden prüften die Postings, fanden jedoch keine konkreten persönlichen Bedrohungen.
Mit 42 Sitzen im Landtag scheint die CDU ihre Rolle als vermeintlich benachteiligte Partei zu nutzen, um größere Zugeständnisse durchzusetzen. Beide Seiten brachten Listen möglicher Kabinettsmitglieder mit – doch die Stimmung ließ kaum Fortschritte erwarten.
Die Gespräche gehen unter Druck weiter: Die CDU pocht auf mehr Einfluss in einer künftigen Koalition, während die Grünen mit kleinen Gesten wie der Bewirtung versuchen, die Spannungen zu mildern. Ob diese Bemühungen die Gräben überbrücken können, bleibt jedoch ungewiss – die Verhandlungen dauern an.






