Stuttgart 21: Fünf weitere Jahre Verzögerung und 14,5 Milliarden Euro Kosten
Friedrich-Wilhelm WerneckeStuttgart 21: Fünf weitere Jahre Verzögerung und 14,5 Milliarden Euro Kosten
Stuttgart 21: Bahnprojekt erleidet nächsten schweren Rückschlag
Die Deutsche Bahn hat eine weitere massive Verzögerung beim Großprojekt Stuttgart 21 bekannt gegeben: Die Inbetriebnahme verschiebt sich um fünf Jahre auf 2031, die Kosten steigen auf 14,5 Milliarden Euro.
Baubeginn war 2010 mit einem ursprünglichen Budget von 4,5 Milliarden Euro. Kern des Vorhabens ist ein neuer unterirdischer Bahnhof, der den bestehenden Kopfbahnhof ersetzen soll. Noch im selben Jahr ging die Polizei mit Härte gegen Proteste zur Abriss des alten Bahnhofs vor – über 100 Demonstranten wurden verletzt.
2011 zogen die Grünen, die das Projekt ablehnten, als zweitstärkste Kraft in den baden-württembergischen Landtag ein. Seither kritisieren Gegner regelmäßig gravierende Mängel, darunter unzureichende Brandschutzvorkehrungen und zahlreiche Planungspannen.
Aktuell belasten über 1.000 Kilometer falsch verlegte Kabel und Leitungen das Projekt – sie müssen nun ausgetauscht werden. DB-Chefin Evelyn Palla führte die Verzögerung auf die Komplexität der Digitalisierung des Stuttgarter Eisenbahnknotens zurück. Ministerpräsident Cem Özdemir (Baden-Württemberg) forderte indes klarere Fortschritte und verlässliche Fertigstellungstermine.
Der unterirdische Bahnhof soll nun 2031 statt 2026 eröffnet werden. Die Kosten haben sich seit Baubeginn mehr als verdreifacht. Bevor der Knotenpunkt in Betrieb gehen kann, müssen die Verantwortlichen die technischen Defizite und die explodierenden Ausgaben in den Griff bekommen.
