Stuttgart 21: Neue Verzögerungen und Kostenexplosion bis 2031
Stuttgart 21: Bahnprojekt plagten weitere Verzögerungen und explodierende Kosten
Das Stuttgarter Bahnprojekt Stuttgart 21 sieht sich mit erneuten Verzögerungen und stark steigenden Kosten konfrontiert – ein Umstand, der bei Verantwortlichen wachsende Sorgen auslöst. Ursprünglich 2009 mit einem Budget von 4,5 Milliarden Euro veranschlagt, belaufen sich die Ausgaben mittlerweile auf rund 11,3 Milliarden Euro. Aktuelle Berichte deuten darauf hin, dass die Fertigstellung des Projekts nun auf Ende 2031 verschoben werden könnte – ganze fünf Jahre später als im letzten überarbeiteten Zeitplan vorgesehen.
Bei Stuttgart 21 handelt es sich um einen der größten Infrastrukturumbauten Deutschlands, dessen Kernstück ein neuer unterirdischer Hauptbahnhof ist. Anders als der heutige Kopfbahnhof wird die künftige Durchgangsstation Züge direkt durchfahren lassen und so die Anbindungen deutlich verbessern. Zum Gesamtprojekt gehören zudem die bereits 2022 in Betrieb genommene Schnellfahrstrecke Wendlingen–Ulm sowie neue Gleise, Tunnel und Brücken im Stuttgarter Raum.
Verzögerungen sind mittlerweile zum Dauerproblem geworden. Noch im November 2022 waren Pläne für eine Teilinbetriebnahme des unterirdischen Bahnhofs Ende 2026 verworfen worden. Medienberichten zufolge wird die vollständige Inbetriebnahme der Durchgangsstation nun frühestens Ende 2031 erfolgen. Besonders die Digitalisierung des Knotenpunkts, ein zentraler Baustein des Projekts, gestaltet sich weitaus komplexer als angenommen und trägt maßgeblich zu den Rückschlägen bei.
Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) zeigte sich entsprechend verärgert. Er forderte von der Deutschen Bahn klare Antworten und verlässliche Daten – weitere Verzögerungen wären für die Region und die Fahrgäste eine „katastrophale Nachricht“. Özdemir bestand darauf, dass sich das Unternehmen uneingeschränkt zur Fertigstellung von Stuttgart 21 – inklusive der vollständigen Digitalisierung des Bahnknotens – verpflichten müsse.
Die Deutsche Bahn trägt inzwischen die gesamten finanziellen Lasten des Projekts, dessen Kosten von 4,5 auf 11,3 Milliarden Euro angestiegen sind. Die eskalierenden Ausgaben und wiederholten Terminverschiebungen haben die Kritik an der Projektsteuerung und der Zukunftsfähigkeit weiter verschärft.
Mit der jüngsten Verzögerung verschiebt sich die geplante Eröffnung des neuen Stuttgarter Durchgangsbahnhofs auf Ende 2031. Die Landesregierung Baden-Württembergs verlangt von der Deutschen Bahn mehr Transparenz und verbindliche Zusagen. Angesichts der mehr als verdoppelten Kosten seit 2009 bleiben die finanziellen und betrieblichen Herausforderungen des Projekts unter scharfer Beobachtung.






