TrumpRx drängt deutsche Pharmafirmen in die Defensive – Patienten leiden unter Medikamentenmangel
Friedrich-Wilhelm WerneckeTrumpRx drängt deutsche Pharmafirmen in die Defensive – Patienten leiden unter Medikamentenmangel
Deutsche Pharmaunternehmen stehen unter zunehmendem Druck durch die Preispolitik der USA. Der Branchenverband Pharma Deutschland warnt, dass die amerikanischen Sparmaßnahmen die Markteinführung neuer Medikamente in Deutschland verzögern oder sogar blockieren könnten. Auslöser ist TrumpRx, eine Initiative des damaligen US-Präsidenten Donald Trump, die die Arzneimittelkosten für Amerikaner senken soll.
Im Mai 2025 kündigte Trump an, die US-Medikamentenpreise an die Preise vergleichbarer Länder anzupassen – mit Deutschland als Referenzwert. Weniger als ein Jahr später trat die Regelung nach dem Prinzip der Meistbegünstigung in Kraft. Zunächst bot TrumpRx Rabatte auf 40 teure Arzneimittel an, um die Belastung für US-Patienten zu verringern.
Pharma Deutschland zeigt sich besorgt über die Folgen. Geschäftsführerin Dorothee Brakmann betont, dass TrumpRx rasche Veränderungen der Preissetzung vorantreibt und damit neue Realitäten schafft. Deutsche Unternehmen könnten nun neu bewerten, wo und wann sie innovative Therapien auf den Markt bringen.
Die Auswirkungen sind bereits spürbar: In Deutschland fehlen derzeit 19 bahnbrechende Medikamente, die in den USA bereits verfügbar sind. Der Verband warnt, dass niedrige europäische Preisreferenzen Pharmafirmen dazu veranlassen könnten, den US-Markt zu priorisieren. Dadurch drohen weitere Verzögerungen – oder sogar das vollständige Fehlen – modernster Behandlungen für deutsche Patienten.
Das US-Preismodell zwingt deutsche Pharmaunternehmen, ihre Strategien zu überdenken. Da die Anreize für eine Markteinführung in Europa sinken, müssen Patienten hier länger auf neue Therapien warten. Die langfristige Verfügbarkeit fortschrittlicher Behandlungen in Deutschland steht damit auf dem Spiel.






