Vergessene Opera buffa von 1825 begeistert mit spektakulärer Neuinszenierung und stehenden Ovationen
Friedrich-Wilhelm WerneckeVergessene Opera buffa von 1825 begeistert mit spektakulärer Neuinszenierung und stehenden Ovationen
Eine selten aufgeführte Opera buffa aus dem Jahr 1825 feiert triumphale Rückkehr auf die Bühne
Mit einer atemberaubenden Neuinszenierung rückte das Werk in den Mittelpunkt – komponiert anlässlich der Krönung von König Karl X. Die Produktion begeisterte das Publikum mit vokaler Akrobatik und theatralischem Esprit. Nach einem Abend voller musikalischer Feuerwerke und mutiger Bühnengestaltung erntete die Aufführung stehende Ovationen.
Die Handlung spielt im „Goldenen Lilie“, einem provinziellen französischen Hotel, in dem sich hochrangige Gäste aus ganz Europa einfinden. Die Story verbindet Witz, Romantik und Schabernack, wenn Aristokraten und Reisende in einem Wirbel aus Intrigen aufeinandertreffen.
Das Ensemble aus 14 Sängern bot eine glanzvolle Vorstellung, die sowohl gesangliche Brillanz als auch körperliche Ausdauer verlangte. Cecilia Bartoli entfachte als Corinna mit atemberaubender Koloratur-Agilität das Publikum. Marina Viotti verlieh der Gräfin Melibea Tiefe und Eleganz, während Mélissa Petit als Gräfin di Folleville bezauberte. Tara Erraught bereicherte die Rolle der Madame Cortese mit verspieltem Jodeln.
Unter den männlichen Hauptdarstellern glänzte Edgardo Rocha mit seinem lyrischen Tenor als Belfiore, und Dmitry Korchak erreichte als Graf Libenskof schwindelerregende stimmliche Höhen. Das Ensemble meisterte akrobatische Einlagen mit Präzision und verband Komik mit spektakulären Effekten. Selbst Pistolen wurden auf der Bühne abgefeuert, und eine Harfe wurde durchs Publikum getragen – später für einen dramatischen Höhepunkt in Flammen gesetzt.
Die Neuinszenierung präsentierte die seltene Mischung aus musikalischer Virtuosität und theatralischem Wagnis. Das Publikum honorierte die Aufführung mit stehenden Ovationen und feierte eine Produktion, die einen Schatz von 1825 wieder zum Leben erweckte. Fast zwei Jahrhundert nach seiner königlichen Uraufführung bewies das Werk seinen ungebrochenen Zauber.






