Vom Belfast-Taxidepot zur Poker-Legende: Angela Rogans ungewöhnlicher Weg
Friedrich-Wilhelm WerneckeVom Belfast-Taxidepot zur Poker-Legende: Angela Rogans ungewöhnlicher Weg
Angela Rogan hielt erstmals mit nur elf Jahren ein Kartenspiel in der Hand – in einem Taxidepot in Belfast. Jahrzehnte später macht sie in der Pokerszene noch immer Furore – heute als erfahrene Spielerin, Akademikerin und Mentorin für ihren eigenen Sohn. Ihr Weg führte sie von inoffiziellen Runden in Hinterzimmern über universitäre Hörsäle zurück an die Spieltische, wo sie kürzlich bei der PartyPoker Tour in Malta einen Titel gewann.
Rogan wuchs mit Dealer’s-Choice-Spielen wie Railroad, Southern Cross und Big Heart Brag auf – lange bevor Texas Hold’em die Szene dominierte. Anfang der 2000er Jahre gehörte sie zu den wenigen Frauen im Poker und sah sich an den Tischen oft mit Sexismus und Feindseligkeit konfrontiert. Trotzdem meisterte sie das Balanceakt zwischen High-Stakes-Poker und der Erziehung von vier Kindern unter fünf Jahren – pendelnd zwischen Turnieren und Familienalltag.
Nach einer Pause vom Poker widmete sie sich der Bildung, erwarb einen Bachelor-, einen Masterabschluss und promovierte in Kriminologie, Soziologie, Medizinrecht und statistischer Analyse. Heute unterrichtet sie an der Queen’s University Belfast genau die Fächer, die sie einst selbst studierte. Doch das Pokern ließ sie nie ganz los.
In den letzten Jahren feierte Rogan ein beeindruckendes Comeback: Seit ihrem Doktorabschluss gewann sie über 10.000 Pfund bei Turnieren. Sie siegte beim Ladies Event der PartyPoker Tour in Malta und führte das Chip-Ranking beim Mini Main Event in Madrid an. Die zugänglichen Buy-ins und die offene Atmosphäre der Tour brachten sie zurück an die Tische.
Ihr Einfluss reicht über ihr eigenes Spiel hinaus – mittlerweile gibt sie ihr Wissen an ihren 18-jährigen Sohn weiter. Der startete durch: Bei seinem ersten Irish Poker Tour-Event gewann er 3.500 Pfund.
Rogans Geschichte spannt sich über Jahrzehnte – von Belfasts Hinterzimmer-Poker bis zu internationalen Turnieren und akademischem Erfolg. Ihre jüngsten Siege und die ersten Erfolge ihres Sohnes deuten darauf hin, dass ihr Einfluss auf das Spiel noch lange nicht vorbei ist. Mit einer Karriere, die Spitzenbildung und High-Stakes-Poker verbindet, bleibt sie eine seltene Ausnahmeerscheinung in beiden Welten.






